KAnton Zug
Zimbel, Frauentaler Wald und Steinhauser Weiher: Aktuell werden weitere Pläne der kantonalen Naturschutzgebieten revidiert

Die Gesamtrevision erfolgt in mehreren Schritten. Beim vierten und damit letzten Schritt sind momentan die Naturschutzgebiete der Gemeinden Baar, Steinhausen, Cham, Hünenberg und Risch an der Reihe. Bis Ende 2022 sollen die Schutzpläne vorliegen. Bis am 18. Juni sind sie öffentlich bei den Einwohnergemeinden einsehbar.

Tijana Nikolic Jetzt kommentieren
Drucken
Der Steinhauser Weiher ist vom vierten Schritt der revidierten und neuen Pläne der kantonalen Naturschutzgebiete betroffen.

Der Steinhauser Weiher ist vom vierten Schritt der revidierten und neuen Pläne der kantonalen Naturschutzgebiete betroffen.

Bild: Maria Schmid (3. April 2020)

Aktuell liegen die revidierten und neuen Pläne der kantonalen Naturschutzgebiete der Gemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Steinhausen und Risch bei den Einwohnergemeinden auf. Bis am 18. Juni kann gegen sie Einsprache beim Regierungsrat erhoben werden.

Darunter fallen beispielsweise die Naturschutzgebiete Zimbel und Heiligchrüz in Baar, Wannhüseren und der Frauentaler Wald in Cham, Rüssweiden und Schachenweid in Hünenberg, der Steinhauser Weiher oder der Honauerwald in Risch.

Verschiedene Faktoren haben das Zuger Amt für Raum und Verkehr bewogen, eine umfassende Revision der Schutzpläne anzugehen und diese auf den neusten Stand zu bringen. Dazu gehören die 2017 erfolgte Revision der Bundesinventare, neue Rahmenbedingungen für Plangrundlagen wie die parzellenscharfe, digitale Erfassung der landwirtschaftlichen Nutzung oder der Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen.

Die Revision berücksichtigt aber auch weitere Aspekte wie den zunehmenden Erholungsdruck der Bevölkerung oder die langfristige Sicherung von ökologischen Ausgleichsflächen.

Geoinformationssysteme ermöglichen eine viel genauere Erfassung

Aufgrund der umfassenden Überarbeitung sollen bis Ende 2022 in allen wesentlichen Belangen bereinigte und aktualisierte Schutzpläne vorliegen. Damit können dann auch den Gemeinden für die Ortsplanungsrevisionen aktuelle kantonale Schutzzonen zur Verfügung gestellt werden. Die Gesamtrevision erfolgt in mehreren Schritten. Die aktuelle Revision der fünf Gemeinden ist der vierte Schritt seit 2018.

2009 gab es bereits eine grössere Schutzplanrevision aufgrund eines Richtplanauftrags: Gemäss jenem 2004 waren gemeindliche Naturschutzgebiete innerhalb von Moorlandschaften oder unmittelbar angrenzend an kantonale Naturschutzgebiete in sie zu überführen. Ausserdem wurden seit 1982 bei einzelnen Gebieten aus unterschiedlichen Gründen Schutzplananpassungen vorgenommen, zuletzt 2017 beim Naturschutzgebiet Choller, unter anderem aufgrund der Neuvermessung der Uferlinie.

Die Pläne der Zuger Naturschutzgebiete aus den Jahren 1982 und 1993 wurden handgezeichnet in schwarz-weiss und liegen nur als Pläne in Papierform vor. Entsprechend uneinheitlich ist nicht ihr Layout, auch die Inhalte variieren teilweise. Heutige Geoinformationssysteme ermöglichen eine viel genauere Erfassung von naturräumlichen Strukturen und landwirtschaftlichen Nutzungsgrenzen, heisst es in der Auflage.

Ein Grossteil der Schutzplananpassungen umfasst daher die Bereinigung von Abgrenzungen, die momentan aufgrund der Überführung von analogen in digitale Daten unklar oder fehlerhaft sind, heisst es im vorliegenden Revisionsbericht.

Überführung von Daten unklar oder fehlerhaft

Die Naturschutzgebiete werden unterteilt in eine Zone A und eine Zone B. Die Zone A umfasst den eigentlichen Lebensraum der zu schützenden Pflanzen und Tiere. Die Zone B schützt die Zone A vor schädigenden Einflüssen und bildet den Übergang zur umgebenden Landschaft. Die Objekte am See sollen als eigenes Paket revidiert werden, da hier zusätzliche Aspekte zu berücksichtigen sind.

Die Abgrenzungen der Zonen A und B, die aufgrund der Überführung von analogen in digitale Daten unklar oder gar fehlerhaft sind, werden bereinigt. Die Abgrenzungen werden möglichst den realen Bedingungen angepasst, unter Zuhilfenahme von historischen Luftbildern.

Bisher wurden vor allem die Streuwiesen und Moorflächen der Zone A zugeteilt, im Sinne der Umsetzung der Bundesinventare über die Hoch- und Flachmoore von nationaler Bedeutung. Im Rahmen der Schutzplanrevision können neu, nach Absprache mit den Grundeigentümerinnen und Bewirtschaftern, auch ausgedehnte Wiesen und Weiden der Zone A zugewiesen werden. Damit wird deren Naturschutzwert gewürdigt und auch diese wertvollen Lebensräume können langfristig gesichert werden, ist dem Revisionsbericht zu entnehmen.

Im Gegenzug wird die Zone B dort reduziert, wo sie aus heutiger Sicht zu gross ausgeschieden wurde.

Wichtigste Bestimmungen zur Besucherlenkung

Der Erholungsdruck der Bevölkerung in den siedlungsnahen Naturschutzgebieten hat erheblich zugenommen, steht weiter im Bericht. Neu sollen daher in den betroffenen Naturschutzgebieten zusätzlich die wichtigsten Bestimmungen wie Besucher reguliert werden sollen, aufgeführt werden.

Denn in der Vergangenheit wurde wiederholt bemängelt, es sei nicht eindeutig, welche Aktivitäten in den jeweiligen Gebieten «den besonderen Charakter des Gebietes beeinträchtigen oder Pflanzen und Tiere gefährden könnten». Ziel ist es, eindeutige Regeln festzulegen, welche auch klar kommuniziert und ausgeschildert werden können.

Da die Schutzpläne künftig im Zuge des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREBKataster) im Internet publiziert werden müssen, ist ein einheitliches Erscheinungsbild erforderlich. Die Gesamtrevision der Pläne der Naturschutzgebiete bis Ende 2022 bietet nun die Möglichkeit, die notwendigen formalen Anpassungen in absehbarer Frist umzusetzen.

0 Kommentare