Stadt Zug
Spa, Rooftop-Bar und gemeinnützige Wohnungen: Das ist auf dem Areal des alten Kantonsspitals geplant

«Süd-See Zug» heisst das Siegerprojekt, das aus dem Ideen- und Investorenwettbewerb für das ehemalige Areal des Kantonsspitals hervorgegangen ist. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich 2027 beginnen.

Linda Leuenberger
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So stellen sich die Planer die Dachterrasse vor.

So stellen sich die Planer die Dachterrasse vor.

Visualisierung: PD

2008 hat das Kantonsspital seinen Standort an der Artherstrasse in Zug verlassen und ist nach Baar gezogen. In den seither vergangenen 15 Jahren waren in den Gebäuden des alten Kantonsspitals verschiedene Zwischennutzungen untergebracht. Seit 2011 suchen Stadt und Kanton Zug nach einer Alternative. Zuerst waren ein Kunsthaus und Luxuswohnungen geplant – diese Ideen wurden allerdings begraben. Seit 2016 besteht ein rechtsgültiger Bebauungsplan, der vorgibt, wie sich das Areal entwickeln soll.

Es dauerte dann nochmals drei Jahre, bis der Kanton einen Ideen- und Investorenwettbewerb lancierte. Nun scheint endlich die erste Phase geschafft: Aus dem Wettbewerb, den der Kanton Zug 2019 gestartet hatte, ist ein Siegerprojekt hervorgegangen. Es nennt sich «Süd-See Zug», schlägt laut Projektbeschrieb «ein durchgrüntes, lebendiges Stadtquartier am See» vor und will «Stadtleben und Naherholung an einem Ort vereinen». Das schreibt der Kanton Zug in einer Mitteilung.

Der Zuger Regierungsrat beantragt nun dem Kantonsrat, den entsprechenden Baurechtsvertrag zu genehmigen. Läuft alles wie geplant, sollten die Bauarbeiten 2027 beginnen können – fast 20 Jahre, nachdem das Kantonsspital seinen Standort gewechselt hat.

Öffentlicher Garten und ein Hotel mit 56 Zimmern

Das Siegerkonzept sieht unter anderem einen «Süd-See Hub» vor, ein Gebäude, das Räume für Events, Wellness, Gastronomie und für Kunst und Kleingewerbe umfassen soll. Vom öffentlichen Garten auf dem Dach des Hubs sollen Besucherinnen und Besucher einst auf den See und die Berge blicken können. Der Dachgarten soll denn auch die Bade- und Saunalandschaft erweitern. Das Restaurant im Innenbereich soll um eine Rooftop-Bar ergänzt werden.

Blick in den Innenbereich des «Süd-See Hubs».

Blick in den Innenbereich des «Süd-See Hubs».

Visualisierung: PD

Abgesehen vom Südflügel des ehemaligen Kantonsspitals, der unter Denkmalschutz steht, werden alle Gebäude abgerissen, wie der Zuger Baudirektor Florian Weber auf Anfrage sagt.

In diesem Flügel ist ein Boutiquehotel mit 56 Zimmern geplant. Und es sind Wohnungen vorgesehen: Die Hälfte der Wohnfläche soll zu normalen Konditionen angeboten werden und die andere Hälfte für preisgünstiges Wohnen. So schreibt es der Bebauungsplan vor, den die Stadt und der Kanton Zug vor sechs Jahren verabschiedet haben.

Credit Suisse investiert

Sobald der Baurechtsvertrag steht, trägt der Kanton Zug keine Verantwortung mehr für das Konzept. Das geht aus dem Jurybericht hervor. In der zweiten Projektphase werden ein Architekturwettbewerb und ein Studienauftrag durchgeführt, in der dritten der Bau geplant und ausgeführt.

Ab Phase zwei zeichnet sich die Investorin verantwortlich, nämlich die CSA Real Estate Commercial, eine Anlagegruppe der Credit Suisse Anlagestiftung. Für das Nutzungskonzept wird die HRS Real Estate AG verantwortlich sein.

Blick von oben auf das Areal des ehemaligen Zuger Kantonsspitals.

Blick von oben auf das Areal des ehemaligen Zuger Kantonsspitals.

Visualisierung: PD

Auf den Kanton Zug kommen dank der Investorin vorderhand keine weiteren Kosten zu, wie Florian Weber sagt. Erst nach Ablauf des 80 Jahre dauernden Baurechts wird der Kanton als Grundeigentümer eine Entschädigung zu leisten haben.

Das Siegerprojekt wird gemeinsam mit den drei anderen Projekten, die es in die engere Auswahl geschafft haben, vom 14. bis 24. Juni 2022 in der Shedhalle ausgestellt.