Kanton Uri
Verkehrspolitik der Alpen wird zum Thema in Brüssel

Der Urner Regierungsrat Dimitri Moretti hat die Zentralschweizer Kantone an einer Veranstaltung in Brüssel per Video vertreten: Im Zentrum stand die Zukunft des alpenquerenden Güterverkehrs. Moretti plädiert für eine Treibhausgasreduktion im Transitverkehr.

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Der Güterverkehr soll zunehmend auf die Schiene verlegt werden.

Der Güterverkehr soll zunehmend auf die Schiene verlegt werden.

Archivbild: Urner Zeitung

Im Rahmen des Imonitraf-Netzwerks setzen sich die Zentralschweizer Kantone seit 2005 zusammen mit anderen Alpenregionen aus der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich für die Verlagerung des alpenquerenden Transitverkehrs ein. Eine kürzlich von Imonitraf durchgeführte Studie über mögliche Politikszenarien habe aufgezeigt, dass die verkehrs- und umweltpolitischen Herausforderungen auf längere Sicht nur bewältigt werden könne, wenn sowohl die Verkehrsverlagerung wie auch der technologische Fortschritt konsequent vorangetrieben werde.

An einer Veranstaltung in Brüssel diskutierten deshalb Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Regionen mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der EU-Kommission über politische Wege, um das zu erreichen. Laut Mitteilung der Urner Sicherheitsdirektion habe auch der Urner Regierungsrat Dimitri Moretti als Vertreter der Zentralschweizer Kantone per Video an der Veranstaltung teilgenommen.

Verkehrszahlen und - kapazitäten sollen grenzübergreifend gesteuert werden

Zusammen mit Daniel Alfreider (stellvertretender Landeshauptmann, Autonome Provinz Bozen) und Ingrid Felipe (stellvertretende Landeshauptfrau, Land Tirol) habe er sich dafür ausgesprochen, dass die Bedürfnisse der Alpen in der Verkehrspolitik berücksichtigt werden müssen. Die Teilnehmenden betonten, dass es in ganz Europa eine Notwendigkeit sei, die steigenden Verkehrszahlen und -kapazitäten auf Strasse und Schiene grenzüberschreitend effektiv zu steuern. Aufgrund der zentralen Lage in Europa und der sensiblen Umwelt seien diese Bedürfnisse entlang der Verkehrsachsen durch die Alpen besonders dringlich.

«Das gilt auch für die Transitstrecke über den Gotthard, die stark ins europäische Verkehrsnetz eingebunden ist», wird Morettis Aussage in der Mitteilung zitiert. Die Umsetzung des Verursacherprinzips für faire Strassengebühren, wie sie die Schweiz mit der Schwerverkehrsabgabe LSVA bereits kenne, müsse Teil der Lösung sein, um den Güterverkehr von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Dabei sei es wichtig, dass angesichts des Klimawandels auch der Ausstoss von Treibhausgasen durch den Transitverkehr reduziert werde. Die vom Bundesrat im Verlagerungsbericht aufgezeigte Neuausrichtung der LSVA auf den CO2-Ausstoss gehe in diese Richtung. Die Teilnehmenden der Veranstaltung hätten Imonitraf aufgefordert, sich weiterhin für den Schutz des Alpenraums und des Klimas einzusetzen. (mah)