Kanton Uri
Jäger holen sich Tipps für die richtige Hygiene beim Schiessen und Schlachten

Der Urner Jägerverein hat seinen Mitgliedern vor Beginn der Jagdsaison einen Infokurs angeboten.

Georg Epp
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Rechtzeitig vor dem Start der Hochwildjagdsaison, die von 5. bis 17. September über die Bühne geht, hat der Urner Jägerverein einen Kurs zur Wildbrethygiene in der Metzgerei Ürmetzg in Altdorf veranstaltet. Das Interesse war gross, sodass zwei Abende für über 50 Interessenten angeboten wurden. Vor kurzem standen dabei Walter Herger, der Besitzer der Ürmetzg AG, und sein Mitarbeiter Edgar Zurfluh, der auch Vorstandsmitglied im Urner Jägerverein ist, bereit, um wertvolle Tipps in Sachen Wildbretthygiene und Fleischverarbeitung zu vermitteln.

Walter Herger gibt Ratschläge für eine gute Wildbrethygiene.

Walter Herger gibt Ratschläge für eine gute Wildbrethygiene.

Bild: Georg Epp (Altdorf, 25. August 2022)

Nach kurzer Begrüssung durch Martin Jauch, Präsident des Urner Jägervereins, teilte man sich in zwei Gruppen auf. Trotzdem wurde es noch eng in den Räumen von Ürmetzg. Für den Kurs stellte der Silener Werner Gnos zwei Damhirsche aus seiner Zucht im Erstfeldertal zur Verfügung. Walter Herger und Edgar Zurfluh sind routinierte Instruktoren, seit einigen Jahren wird ein ähnlicher Kurs jährlich an Jungjäger vermittelt. Wildbret ist dabei die Bezeichnung für Fleisch von freilebenden Tieren, die dem Jagdrecht unterliegen.

Achtsamkeit bereits beim Schiessen gefragt

Der Jäger muss bereits beim ­Erlegen auf die Fleischhygiene achten. Der Schuss ist so anzusetzen, dass er sofort tödlich ist und keine Innereien beschädigt. Mit der Verwertung des erlegten Wildes wird der Jäger zum Fleischverarbeiter, Fleischhändler oder Hobbymetzger. Viel Wissen wird von älteren und routinierten Jägern übermittelt, aber auch routinierte Jäger lernen immer wieder dazu und optimieren ihre Wildbrethygiene.

Mit waidgerechtem Auf­brechen und Ausweiden, der Entfernung der Eingeweide, beginnt die Wildbrethygiene. Der Aufbruch sollte deshalb auch nach einem gut angetragenen Schuss möglichst bald vollzogen werden – bei kühlen Aussentemperaturen nach maximal zwei Stunden, bei warmem Wetter spätestens nach eineinhalb Stunden. In freiem Gelände muss improvisiert werden, Hilfsmittel wie ein Kran stehen im Gelände nicht zur Verfügung. Auch nach einem Blattschuss kommt es zur Ausbreitung von Magen-Darm-Bakterien im übrigen Wildkörper. Je schneller das Tier in die Kühle kommt, umso besser ist die Qualität des Fleisches.

Viele Einschüsse, viel Fleischverlust

Hierbei erzählte Walter Herger von vielen guten Beispielen, aber auch von schlechten Ausnahmen mit mehreren Einschüssen im Wild und damit auch mit viel Fleischverlust. Die Begeisterung der Teilnehmer war gross, viele Tipps und Anregungen wurden während des Kurses ausgetauscht und auch brennende Fragen detailliert beantwortet. Nun hoffen die Jäger, das Wissen möglichst bald bei selbsterlegtem Wild anwenden zu können. Der Steinwildreduktionsabschuss beginnt bereits am kommenden Donnerstag.