Luzern
Stadtparlament bewilligt Gelder für neuen Fluhmühlepark

Für 1,63 Millionen Franken darf die Stadt das Grundstück zwischen Fluhmühle und Lindenstrasse erwerben und darauf einen neuen Park bauen. Dessen Lage und die Wartezeit bis zur Inbetriebnahme kamen im Parlament jedoch gar nicht gut an.

Beatrice Vogel
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Die Stadt Luzern darf im Quartier Fluhmühle-Lindenstrasse einen neuen Park bauen. Das Stadtparlament hat am Donnerstag einen Sonderkredit von 1,63 Millionen Franken einstimmig bewilligt. Dass es einen neuen Park braucht, war unbestritten, denn seit der Schliessung des alten Fluhmühleparks wegen des Strassenprojekts des Kantons fehlt es im Quartier an Grünflächen und Begegnungsorten.

Der neue Park wird auf einem Grundstück zwischen Fluhmühle und Lindenstrasse neben dem Bahntunnelportal erstellt und voraussichtlich Ende nächsten Jahres in Betrieb genommen.

Hanglage wurde kritisiert

Obwohl das Projekt unterstützt wird, musste es Kritik einstecken – insbesondere wegen der Hanglage. Diese sei alles andere als ideal, weil dadurch nur die unterste Ebene des Parks barrierefrei zugänglich sei, sagte etwa Heidi Rast (Grüne). Der Steilhang, der von allen Fraktionen als Nachteil gesehen wird, sorgt auch für hohe Kosten: Rund ein Drittel der Baukosten geht zu Lasten von Schutz- und Sicherungsbauten. Auch der Unterhalt wird mit 30'000 Franken pro Jahr nicht günstig. Für die Mitte-Fraktion seien diese Kosten eigentlich zu hoch, sagte Agnes Keller-Bucher, lobte aber gleichzeitig die Terrassierung und geschwungenen Wege.

An diesem Hang neben dem SBB-Tunnelportal zwischen Fluhmühle und Lindenstrasse soll der neue Fluhmühlepark entstehen.

An diesem Hang neben dem SBB-Tunnelportal zwischen Fluhmühle und Lindenstrasse soll der neue Fluhmühlepark entstehen.

Dominik Wunderli (Luzern, 9. September 2021)

Die heftigste Kritik kam von der SP-Fraktion: «Wir sind enttäuscht», sagte Regula Müller. Der Stadtrat habe schon vor zehn Jahren gewusst, dass der alte Park nur ein Provisorium sein würde. «Er hätte sich früher um einen Landkauf kümmern sollen, um eine nahtlose Ablösung des Parks zu ermöglichen.» Der kleine Park am Hang sei zwar besser als nichts, so Müller, die SP erwarte aber, dass der Stadtrat alles daransetze, weitere Grundstücke zu kaufen.

Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) zeigte Verständnis für die Kritik, erklärte aber, dass es schwierig sei, Land zu kaufen: «Wir waren seit 2014 in Verhandlungen mit Grundeigentümern für eine grössere Anlage – und es sah lange gut aus.» Weil diese einen Rückzieher machten, habe man auf das Hanggrundstück ausweichen müssen. Dieses kostet nun 79'000 Franken.

Kinderspielplatz muss bald aufgewertet werden

Überwiesen hat das Parlament vier Protokollbemerkungen: Der Spielplatz an der Lindenstrasse muss so schnell wie möglich aufgewertet werden und der Stadtrat muss sich beim Nachbarn des Spielplatzes dafür einsetzen, dass die leer stehende Terrasse von der Bevölkerung genutzt werden kann.

Zudem sollen Kinder und Jugendliche bei der weiteren Gestaltung des Fluhmühleparks einbezogen werden und die Quartierarbeit soll zusätzliche Ressourcen erhalten, um bis zur Inbetriebnahme des Parks «alternative Handlungsspielräume» umzusetzen.

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