Landkolumne
Landauf, landab: Direktbetroffene der Lammschlucht-Abstimmung

Kabarettist Veri sinniert über die Sanierung der Lammschlucht und warum diese nicht selbstverständlich ist.

Thomas Lötscher alias Veri
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Thomas Lötscher alias Veri.

Thomas Lötscher alias Veri.

Bild: PD

Bis letzten Sonntag schien es so, als ob es 2030 einfacher wäre, auf den Mars zu kommen als nach Sörenberg. Die Strasse in desolatem Zustand, ein Flugplatz im Moorgebiet unrealistisch, die Emme aufwärts für Kursschiffe unpassierbar. Nun hat das Volk der ersten von drei Etappen der Strassensanierung durch die Lammschlucht zugestimmt.

Seit 1989 wurde geplant und diskutiert. In dieser Zeit sind die Amerikaner sechsmal auf dem Mars gelandet. Das scheint bürokratisch einfacher zu sein. Die Amis fliegen auch nicht in Etappen, sondern die 472 Millionen Kilometer aufs Mal. Vermutlich werden die gut zwei Kilometer in der Lamm nur etappiert, damit der Luzerner Baudirektor dreimal ins Entlebuch zur Eröffnung kann. Mit dem E-Bike selbstverständlich. Schliesslich soll Mobilität gemäss kantonaler Strategie umweltfreundlich sein und die Regierung sich vorbildlich verhalten. Wahrscheinlich fährt der Militärdirektor künftig zur Truppeninspektion auf den Glaubenberg mit dem Postauto, der Bildungsdirektor zum Schulbesuch nach Vitznau mit dem Pedalo.

Vitznau übrigens lag bei den Ja-Stimmen zur Strassensanierung im Entlebuch an zweitletzter Stelle, knapp vor Honau. Je weiter vom Steinschlag, umso mehr Ablehnung. Im direkt betroffenen Entlebuch waren über 92 Prozent dafür, Problem gelöst.

6311 Entlebucherinnen und Entlebucher sorgten auch für die schweizweit zweithöchste Zustimmung zum Verhüllungsverbot. Welches ihrer Probleme sie damit gelöst haben, weiss ich jetzt grad nicht. Aber wenigstens hat es nicht 31 Jahre gedauert.

Hinweis: An dieser Stelle äussern sich Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.

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