Autobahnanschluss Emmen Nord soll wieder ganz geöffnet werden

Das Bundesamt für Strassen hat entschieden, die gesperrte Autobahnzufahrt wie auch die Ausfahrt wieder in Betrieb zu nehmen. Die Gemeinde Emmen ist grundsätzlich erfreut, sieht aber auch kritische Punkte.

Stefan Dähler
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Der Autobahnanschluss Emmen Nord soll wieder fast ganz geöffnet werden. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

Der Autobahnanschluss Emmen Nord soll wieder fast ganz geöffnet werden. (Bild: Archiv Luzerner Zeitung)

Wer auf die Autobahn in Richtung Norden will – oder von Norden herkommend die A2 verlassen will – kann den Anschluss Emmen Nord derzeit nicht nutzen. Dieser wurde 2012 aufgrund der Eröffnung des neuen Vollanschlusses in Rothenburg teilweise geschlossen.

Künftig soll das wieder möglich sein. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat sich nach einer Variantenprüfung in Zusammenarbeit mit Vertretern des Kantons, der Gemeinden Emmen und Rothenburg, der Quartiervereine und regionaler Verkehrsorganisationen nun entschieden, den Anschluss Emmen Nord fast vollständig zu öffnen, wie es unserer Zeitung mitteilt.

Autobahnbrücke wird verbreitert

Es handelt sich um die sogenannte 7/8-Variante. Diese sieht vor, die Einfahrt in Fahrtrichtung Basel zu öffnen und den Einfahrtsstreifen zu verlängern. Die Ausfahrt aus Fahrtrichtung Basel wird in Richtung Emmenbrücke geöffnet, eine Abzweigung nach Rothenburg gibt es nicht. Weiter wird die Autobahnbrücke verbreitert, um den Verkehrsfluss auf der Kantonsstrasse aufrechtzuerhalten, so das Astra. Hier eine grafische Darstellung der Variante:

Nicht mehr weiterverfolgt werden zwei Varianten, die eine weniger umfangreiche Öffnung vorsahen (wir berichteten). Damit geht das Astra weiter als vom Ständerat gefordert. Dieser hatte 2016 eine Motion des Emmer Nationalrats Felix Müri (SVP) überwiesen mit der Bemerkung, dass der Anschluss Emmen Nord «zumindest zu drei Viertel» wieder geöffnet werden soll.

In einer ersten groben Schätzung rechnete das Astra für die Variante 7/8 mit Kosten von 26,6 Millionen Franken und einer Bauzeit von 18 Monaten. Für diese spricht, dass sie «für den Verkehrsfluss am besten ist», sagt Esther Widmer, Informationsbeauftragte beim Astra. «Durch die Verbreiterung der Autobahnbrücke ist dort eine Busspur möglich.»

Astra nennt noch kein Datum für die Eröffnung

Wie sich die Öffnung des Anschlusses genau auf einzelne Verkehrsknoten auswirken wird, kann Widmer noch nicht sagen. Detaillierte Aussagen seien erst möglich, wenn das generelle Projekt vorliegt. Dieses werde nun erarbeitet und soll im Herbst bei den Gemeinden Emmen und Rothenburg sowie dem Kanton Luzern in die Vernehmlassung gehen. Danach folgt die Vernehmlassung bei den Bundesämtern, im Sommer 2020 wird der Entscheid des Bundesrats erwartet. Anschliessend folgen die Erarbeitung des Ausführungsprojekts und die öffentliche Auflage. Wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden, kann, will das Astra noch nicht prognostizieren. Widmer:

«In der öffentlichen Auflage
sind Einsprachen möglich, da sind Einschätzungen schwierig.»

Motionär Felix Müri ist mit der Variante 7/8 grundsätzlich zufrieden. Der Verkehr werde sich so besser aufteilen als bei den anderen Varianten. «Aber der Prozess dauert sehr lange.» Daher wäre es aus Müris Sicht wichtig, dass bereits während der Bauphase Anschlüsse geöffnet werden können. Das Anliegen habe er auch bereits beim Astra deponiert.

Gerliswilstrasse soll nicht überlastet werden

Aus Sicht der Gemeinde Emmen sei der Entscheid des Astra grundsätzlich positiv, sagt Baudirektor Josef Schmidli (CVP). Man müsse aber zwei Dinge im Auge behalten: «Für uns ist wichtig, dass die Gerliswilstrasse nicht überlastet wird, insbesondere durch neuen Schwerverkehr, wenn die Ausfahrt nach Emmenbrücke wieder aufgeht.» Um das zu erreichen, müssten noch Massnahmen erarbeitet werden. «Weiter dauert die Realisierung sehr lange, daher braucht es für die Sicherheit des zunehmenden Veloverkehrs auf der Autobahnbrücke eine Zwischenlösung.» Derzeit handle es sich um eine kritische Stelle.

Für die Gemeinde Rothenburg ist es «erfreulich, dass sich nun eine Lösung abzeichnet», sagt Valentin Kreienbühl, Ressortleiter Infrastruktur. «Wir gehen davon aus, dass durch die Massnahmen in Emmen Nord der Anschluss Rothenburg entlastet wird.»

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