Kultur
Luzerner Parlament stimmt Fusion der kantonalen Museen zu

Die Fusion von Natur- und Historischem Museum ist im Luzerner Kantonsrat unbestritten – anders als die Frage nach dem neuen Standort.

Dominik Weingartner
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Sollen Natur- und Historisches Museum fusioniert werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Luzerner Kantonsrat am Montag. Die beiden Häuser sollen zum Luzerner Museum zusammengefasst werden. Dafür ist eine Änderung des Kulturförderungsgesetzes notwendig.

Der Arbeitstitel des neuen Museums lautet «Luzerner Museum für Natur, Geschichte und Gesellschaft». Der Regierungsrat wollte in diesem Zug die beiden Museen von der Reuss ins Zeughaus bei der Museggmauer verlegen, was allerdings sehr umstritten ist. Um die Standortfrage ging es am Montag aber nicht.

Das Naturmuseum (links) und das Historische Museum (rechts) sollten zusammengefasst werden und ins alte Zeughaus (in der Mitte im Hintergrund) umziehen.

Das Naturmuseum (links) und das Historische Museum (rechts) sollten zusammengefasst werden und ins alte Zeughaus (in der Mitte im Hintergrund) umziehen.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. September 2021)

Im Gegensatz zum Umzug ist der Zusammenschluss der beiden Museen im Kantonsrat unbestritten. Das Parlament hat der Änderung des Kulturförderungsgesetzes in erster Lesung einstimmig zugestimmt.

Viel Lob für das Konzept

Der zuständige Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) heimste bei den Voten im Kantonsrat viel Lob ein. Rahel Estermann (Grüne, Luzern), Präsidentin der Kommission für Erziehung, Bildung und Kultur, sprach von einem «neuen Kapitel», das für die Luzerner Museen aufgeschlagen werde. «Obwohl es nur um die Änderung eines Satzes im Kulturförderungsgesetz geht, sollten wir die historische Dimension nicht unterschätzen.»

Das in der Botschaft vorgelegte Konzept überzeugte auch die Mitte. «Der Ideenkatalog verspricht eine ganze Palette an innovativen Ideen», sagte Fraktionssprecherin Gabriela Schnider-Schnider (Schüpfheim). Lisa Zanolla (SVP, Luzern) hoffte, das neue Museum entwickle durch das Konzept eine «neue Identität.» FDP-Sprecher Gaudenz Zemp (St.Niklausen) sagte mit Blick auf das geplante mobile Museum: «Man will raus, das begrüssen wir sehr.» Angelina Spörri (GLP, Eschenbach) sprach in diesem Zusammenhang von einer «grossen Chance, das Museum vermehrt auf die Landschaft zu bringen».

Auch von der linken Ratsseite prasselten anerkennende Worte auf den Kulturdirektor nieder. Urban Sager (SP, Luzern) hob hervor, dass künftig auf Sparübungen auf dem Buckel der Museen verzichtet werden soll. «Die Regierung sieht endlich ein, dass es keine Innovation ohne Investition gibt.» Auch Jonas Heeb (Grüne, Horw) sagte, seine Fraktion sei froh, «dass man sich vom Spargedanken verabschiedet hat».

Spezialkommission befasst sich mit Standortfrage

Obwohl von der Gesetzesänderung nicht betroffen, gab die Standortfrage auch am Montag zu reden. Vor allem SP und Grüne zeigten sich irritiert, dass die Regierung offenkundig nicht vom Zeughaus Musegg ablassen will.

Marcel Schwerzmann verwies in seinem Votum auf die Spezialkommission, die sich mit der Standortsuche von wichtigen kantonalen Institutionen befassen wird. «Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Lösung finden werden.» Die Spezialkommission wird in der aktuellen Session bestellt.

Trotz der ungelösten Standortfrage könne man bereits anfangen, das neue Konzept umzusetzen, sagte Schwerzmann. Einzig für die Schaffung einer neuen permanenten Ausstellung sei ein neuer Standort zwingend.