Kommentar «Chefsache»
Wie weiter mit dem Spitalangebot in Obwalden und Wolhusen? Klar ist: Die heutige Spitallandschaft ist zu teuer

Wie weiter mit den zu teuren kleineren Spitälern? Während in St. Gallen, Appenzell, in der Waadt und in Zürich Schliessungen vollzogen oder geplant sind, ist der Weg in Obwalden politisch umstritten. Und in Luzern zoffen sich Parlamentarier und Regierung um den Angebotsumfang beim Spitalneubau Wolhusen. Ökonomisch nüchtern betrachtet, gibt es nur einen Schluss: «Jedem Täli siis Spitäli» – das können wir uns nicht mehr leisten.

Jérôme Martinu, Chefredaktor
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Geografisch ist der Weg zum Kantonsspital Obwalden klar signalisiert, politisch und gesundheitsökonomisch gibt es indes verschiedenen Richtungen.

Geografisch ist der Weg zum Kantonsspital Obwalden klar signalisiert, politisch und gesundheitsökonomisch gibt es indes verschiedenen Richtungen.

Bild: Florian Pfister (Sarnen, 23. März 2022)

Wie sieht die Zukunft des Obwaldner Kantonsspitals aus? In der heissen Diskussion musste die Regierung auf Geheiss des Parlaments nun ein lange gehütetes Planungspapier offenlegen. Dieses zeigt: Eine von vier Optionen ist eine Schliessung mit Umwandlung in ein Gesundheitszentrum. Während in Obwalden gar das Fortbestehen des Spitals Thema ist oder war, hatte man in Kanton Luzern seinerzeit den politischen Mut nicht, das Regionalspital Wolhusen in Frage zu stellen. Hier streiten sich nun Parlament und Regierungsrat über die Angebotsgrösse des Wolhuser Neubaus.

Hüben wie drüben sind die Debatten Ausdruck des seit Jahren steigenden wirtschaftlichen Drucks auf Landspitäler. Die Spitallandschaft ist der grösste Kostenfaktor im Gesundheitswesen. Ein Treiber also in der fatalen Spirale steigender persönlicher Krankenkassenprämien und staatlicher Prämiensubventionen.

Bei den Spitalplanungen geht es immer noch zu fest um regionalpolitisch motivierte Besitzstände. Frei von den verständlichen lokalen Befindlichkeiten, also gesundheitsökonomisch und betriebswirtschaftlich nüchtern gerechnet, ist klar: Kleine Spitäler können nicht kostendeckend betrieben werden, weitere Schliessungen sind unausweichlich. Die Entwicklung läuft hin zur lokalen Notfallversorgung plus eine gewisse Akutabdeckung. spezialisierte Medizin gehört in Zentrumsspitäler.

Wenn die Bevölkerung eines Einzugsgebietes indes unbedingt ein Spital erhalten will, dann muss sie auch bereit sein, es selber mit Prämien und Steuerfranken zu bezahlen.

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