Kanton Luzern
Rund 3800 Lernende schlossen ihre Ausbildung ab – trotz der Coronapandemie

3758 Lehrlinge konnten im Kanton Luzern in diesem Jahr ihre Lehre abschliessen. 697 Jugendliche haben die Berufsmaturität erfolgreich absolviert. Es ist ein besonderer Jahrgang: Die Lehrzeit stand im Zeichen von Corona.

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Im Kanton Luzern haben in diesem Jahr 3758 Lernende ihren Lehrabschluss bestanden, schreibt der Kanton in einer Mitteilung. Die Erfolgsquote liege dabei bei 94,56 Prozent und sei über die Jahre konstant. Die Anzahl Lehrabschlüsse werde in den nächsten Jahren sukzessiv steigen, sagt Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung auf Nachfrage. Grund dafür sei, dass Jugendliche aus geburtenstarken Jahrgängen abschliessen. Spöring geht davon aus, dass der prozentuale Anteil von über 70 Prozent an Berufslernenden stetig bleiben wird.

Ein besonderer Jahrgang

Christof Spöring, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung.

Christof Spöring, Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung.

Bild: Philipp Schmidli

Christof Spöring freut sich besonders in diesem Jahr über die hohe Abschlussquote. Das Resultat sei nicht selbstverständlich: Die Lernenden der zweijährigen Grundbildung (EBA) durchlebten ihre gesamte Lehrzeit unter Coronabedingungen, teilweise betraf dies auch die Lehrstellensuche. Alle Lernenden waren mit Einschränkungen im Betrieb konfrontiert, wie auch mit Fern- oder Hybridunterricht an den Berufsfachschulen. Mit Hilfe von engagierten Lehrpersonen, Berufsausbildnerinnen und -bildnern sowie durch die sehr gute technische Ausrüstung konnten alle Beteiligten gemeinsam die Situation meistern, erklärt Spöring:

«An einem Freitag 2020 wurden wir über den Lockdown ab Montag informiert. Bereits am Montag startete dann der Fernunterricht. Das konnte also sofort umgesetzt werden. »

Diese Extremsituation brachte aber auch Vorteile. Zum Beispiel konnten sich die Lernenden zusätzliche Kompetenzen aneignen, die im Arbeitsleben nützlich sind, wie es in der Mitteilung heisst. Abschlussprüfungen wurden in 304 Berufen durchgeführt. An rund vierzig Lehrabschlussfeiern erhielten die Jugendlichen ihr Eidgenössisches Berufsattest (EBA) oder Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und das Berufsmaturitätsdiplom.

697 Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsmaturität erlangen dieses Jahr 697 Berufsmaturandinnen und Berufsmaturanden die Fachhochschulreife. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer leichten Zunahme – 2021 waren es 646. Mit 58 Prozent haben mehr als die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen die Berufsmaturität nach der Lehre abgeschlossen, entweder im berufsbegleitenden oder im Vollzeit-Modell.

Zum ersten Mal wurden im Kanton Luzern mehr Berufsmaturitäten «Gesundheit und Soziales» als «Technik, Architektur, Life Sciences» vergeben. Spöring sieht auch hier die Coronalage als mögliche Ursache. Die Berufsmaturität 2 dauert ein Jahr Vollzeit und startet erst nach dem Abschluss der Berufslehre. «Diese Variante wird von Lernenden aus dem Gesundheitssektor wesentlich häufiger gewählt, da die Berufsmaturität 1 sehr schullastig ist», so Spöring. Generell gebe es leistungsstarke Nachwuchsleute in der Gesundheitsbranche, die nach der Ausbildung noch studieren möchten. Beispielsweise Physiotherapie, Hebamme oder Pflege. (tos/rad)