"Nicht schlecht für etwas, das eigentlich nach drei Ausgaben sterben sollte", sagt "Vigousse"-Gründer Thierry Barrigue der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Die 400. Ausgabe sei ein Glückstag für diejenigen, die an einen Erfolg dieser Wochenzeitschrift glaubten, sagt der 68-jährige Karikaturist erfreut.

Fast zehn Jahre nach ihrer Gründung hat die Zeitschrift rund 6000 Abonnenten und verkauft jeweils 1000 bis 1200 Exemplare an Kiosken. "Wir haben zwar genügend Leser, bleiben aber gefordert", bilanziert Barrigue.

Zu den Herausforderungen gehört vor allem die Erneuerung der Leserschaft. Häufig gelesen wird das Magazin insbesondere in den Kantonen Waadt, Neuenburg und Jura. In Genf gibt es laut Barrigue noch Luft nach oben.

"Unsere Finanzen sind fragil, aber gesund", sagt der ehemalige Chefredaktor, der aber weiterhin für die Zeitung arbeitet. Sorgen bereitet ihm jedoch der Zeitgeist: "Wir brauchen kritisches Denken."

Gauner vor der eigenen Haustür

In 400 Ausgaben hat sich "Vigousse" nicht grundlegend verändert. Die Angriffe auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie-Hebdo" im Jahr 2015 haben jedoch ihre Spuren hinterlassen. "Das gibt uns zusätzliche Verantwortung", sagt der Zeichner. "Als Lokalzeitung kümmern wir uns vor allem um die Gauner vor der eigenen Haustür, weniger um internationale Themen".