Kommentar
Warum wir Whatsapp schrittweise den Rücken kehren sollten

Der Mitteilungsdienst hat sich tief in unseren Kommunikationsalltag gegraben. Das stützt viele Wechselwillige in ein Dilemma. Es gibt jedoch eine Lösung.

Gregory Remez
Gregory Remez
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Durch die Sicherheitslücke bei den Anrufen über Whatsapp konnten Hacker eine Überwachungssoftware auf dem Handy der Benutzer einrichten.

Durch die Sicherheitslücke bei den Anrufen über Whatsapp konnten Hacker eine Überwachungssoftware auf dem Handy der Benutzer einrichten.

KEYSTONE/AP/PATRICK SISON

Die Verunsicherung unter den Nutzerinnen und Nutzern von Whatsapp ist gross. Die Änderung der Datenschutzbestimmungen beim Mitteilungsdienst irritieren.

Viele Nutzer nehmen diese zum Anlass, Whatsapp, das seit 2014 der Datenkrake Facebook gehört, endgültig den Rücken zu kehren. Deshalb erlebten alternative Dienste über die vergangenen Tage einen beispiellosen Zulauf.

Den meisten ist bewusst, dass ein Wechsel überfällig ist. Zumal es mit dem Schweizer Dienst Threema und dem US-Pendant Signal datenschutzfreundliche Alternativen gibt. Doch die Anmeldung bei einem neuen Anbieter ist das eine. Das andere ist die Abkehr von einer Plattform, über die ein Grossteil der täglichen Kommunikation in der Schweiz läuft.

Das stürzt viele in ein Dilemma: Aus Bequemlichkeit bei Whatsapp bleiben? Oder den Bedenken Rechnung tragen und den mühsamen Wechsel vollziehen?

Beim Scrollen durch die eigenen Whatsapp-Chats – mit Vereinsmitgliedern, Arbeitskollegen, der Klassenlehrerin seiner Tochter – dürften viele feststellen, dass ein rasches Entkommen gar nicht so einfach ist. Datenschützer raten deshalb zu einem geregelten, schrittweisen Umzug, oder zumindest beim Austausch sensitiver Daten zu Alternativen.

Für Wechselwillige geben sie als Faustregel an: Überall dort, wo das Geschäftsmodell nicht auf der Sammlung von Daten basiert, gibt es ein Plus an Datenschutz.