Versandapotheke
Stühlerücken bei Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose: Hess wird CEO und Oberhänsli Verwaltungsratspräsident

Das Geschäft bei der Versandapotheke Zur Rose ist im laufenden Jahr gewachsen. Allerdings hat die Zur Rose Group ihr Wachstumsziel von 20 Prozent knapp verfehlt.

Stefan Borkert Jetzt kommentieren
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Die Zur Rose Group wächst langsamer, als erwartet.

Die Zur Rose Group wächst langsamer, als erwartet.

PD

Der Umsatz der Zur Rose Group ist in den letzten neun Monaten auf 1,49 Milliarden Franken oder 19,7 Prozent gestiegen. Angekündigt hatte Zur Rose 20 Prozent. Im ersten Semester hatte die Frauenfelder Versandapotheke noch bei über 23 Prozent gelegen. Im dritten Quartal lag das Wachstum nur noch bei gut 13 Prozent. Im Ausblick korrigierte Zur Rose deshalb das Wachstumsziel für das laufende Jahr auf nun 15 statt 20 Prozent. Als Grund gibt der Konzern die Umsatzentwicklung in den ersten neun Monaten und die pandemiebedingte schwächere Nachfrage nach rezeptfreien Arzneien (OTC) an.

Wachstumstreiber Deutschland

Der deutsche Markt bleibt der Wachstumstreiber. In Deutschland legte die Zur Rose Group in den ersten neun Monaten beim Umsatz um knapp 25 Prozent zu. Die Zunahme seit hauptsächlich auf das Onlinegeschäft mit rezeptfreien Medikamenten und Gesundheitsprodukten zurückzuführen, heisst es in einem Communiqué. Damit habe der leichte Umsatzrückgang von verschreibungspflichtigen Medikamenten auf Basis von Papierrezepten überkompensiert werden können. Im Heimmarkt Schweiz legte Zur Rose 5,3 Prozent zu. Das Segment Europa verzeichnete demnach eine Umsatzentwicklung mit einem Plus von 20,2 Prozent.

Das Management geht davon aus, dass das Onlinegeschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland durch die verpflichtende Einführung des elektronischen Rezepts (eRx) mittelfristig stark zulegen wird. Über einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren könne ein Niveau von rund 10 Prozent erreichen werden, mit Potenzial über diesen Zeitraum hinaus. Die Zur Rose Group erwartet demnach, schon zu Beginn dieses Zeitraums die Umsatzschwelle von 4 Milliarden Franken zu erreichen.

Wechsel in der Teppichetage

Im Markt Schweiz konnte Zur Rose mehr als 5 Prozent zulegen.

Im Markt Schweiz konnte Zur Rose mehr als 5 Prozent zulegen.

PD

Die Konzernleitung von Zur Rose wird neu aufgestellt. Laut Mitteilung kommt es zu mehreren Wechseln in der Teppichetage. Walter Oberhänsli, bisheriger CEO und Delegierter des Verwaltungsrats, soll an der Generalversammlung Ende April 2022 Verwaltungsratspräsident (VRP) werden. Oberhänsli hatte das Amt des Verwaltungsratspräsidenten bereits von 1996 bis 2011 inne. Dafür überlässt der bisherige Amtsinhaber Stefan Feuerstein Oberhänsli seinen Posten und soll neu Vizepräsident werden. Thomas Schneider nach 27 und Volker Amelung nach zwölf Jahren verzichten auf eine erneute Wahl in den Verwaltungsrat. Für den dadurch vakanten Sitz werde nun eine Frau gesucht, um den Frauenanteil zu erhöhen, heisst es bei Zur Rose.

Walter Oberhänsli (links) tritt die Nachfolge von Stefan Feuerstein als Verwaltungsratspräsident an. Feuerstein wird Vize.

Walter Oberhänsli (links) tritt die Nachfolge von Stefan Feuerstein als Verwaltungsratspräsident an. Feuerstein wird Vize.

PD

Unternehmenssprecherin Lisa Lüthi sagt, dass Walter Oberhänsli wie der jetzige VRP Stefan Feuerstein ein nicht exekutiver Verwaltungsratspräsident sein werde. Aber er werde bestimmt ein engagierter Präsident, auch wenn nicht exekutiv, sein, so er an der nächsten Generalversammlung gewählt werden wird.

Auf dem CEO-Stuhl von Oberhänsli nimmt neu Walter Hess Platz. Er ist seit einem Jahr Deutschlandchef und CEO von der Zur-Rose-Tochter DocMorris. Vor seinem Wechsel nach Deutschland war er sechs Jahre Schweizchef und davor wiederum zwei Jahre Geschäftsführer der deutschen Tochter Zur Rose Pharma GmbH. VRP Feuerstein sagt:

Verwaltungsratspräsident Stefan Feuerstein.

Verwaltungsratspräsident Stefan Feuerstein.

Christian Grund
«Mit dem geplanten Wechsel innerhalb des Verwaltungsrats stellen wir die Weichen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Zur-Rose-Gruppe in einem sehr dynamischen Wachstumsumfeld. Bei der operativen Führung setzen wir auf das Managementteam unter der Leitung von Walter Hess, womit die Kontinuität gewahrt bleibt.»

Und Noch-CEO Walter Oberhänsli ergänzt, es ehre ihn, dass der Verwaltungsrat sein Vertrauen in ihn setze und als Präsident nominiert habe. Die Zur-Rose-Gruppe sei hervorragend positioniert.

Walter Oberhänsli CEO Zur Rose, Frauenfeld.

Walter Oberhänsli CEO Zur Rose, Frauenfeld.

Andrea Stalder
«Auf diesem starken Fundament werden wir die Transformation des Unternehmens zu einem umfassenden Gesundheitsdienstleister und Health-Tech-Anbieter weiter vorantreiben.»

Walter Hess habe in kurzer Zeit menschlich und fachlich enorm viel dazu beigetragen, das Deutschland-Geschäft zukunftsweisend auszurichten, fährt er fort. Der Verwaltungsrat sei überzeugt, dass er Zur Rose auf dem anspruchsvollen Wachstumspfad erfolgreich führen werde.

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