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Umbau bei der Nachrichtenagentur: Acht Vollzeitstellen fallen bei Keystone-SDA weg

Die neuen Büroräumlichkeiten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Berner Wankdorf-Quartier.

Die neuen Büroräumlichkeiten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Berner Wankdorf-Quartier.

Keystone-SDA, die grösste Nachrichtenagentur der Schweiz, will sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Zu einem Stellenabbau kommt es unter anderem im PR-Bereich.

(mg/sat) Den Strategiewechsel hatte Keystone-SDA bereits vor einem Monat bekannt gegeben. Jetzt werden die ersten Konsequenzen bekannt: Keystone-SDA baut insgesamt 8,8 Vollzeitstellen ab, wie die grösste Nachrichtenagentur der Schweiz am Dienstag mitteilt. Alleine in den Bereichen PR und Corporate Production werden demnach insgesamt 4,6 Vollzeitstellen gestrichen. Auch die Geschäftsleitung wird um eine Person verkleinert: Neu sind die Finanzen direkt beim CEO angesiedelt.

Abgebaut wird auch bei den Human Ressources (HR) und bei der IT: Die gesamte HR werde «aus Kosten- und Effizienzgründen» ausgelagert. Die bisherige Leiterin wird laut Mitteilung ihr Amt behalten – allerdings im Mandatsverhältnis. Bei den HR fallen 2,7 Vollzeitstellen weg, bei der IT und in der Infrastruktur deren 1,5.

Bund will sich stärker engagieren

Mit der Fokussierung auf die Kernaufgaben einer Nachrichtenagentur soll auch das «Terrain für eine weitergehende Förderung von Keystone-SDA geebnet werden», heisst es in der Mitteilung weiter. National- und Ständerat hatten im Zuge der Coronakrise zusätzliche Mittel für die Agentur gefordert. Der Bundesrat sprach schliesslich zehn Millionen Franken. Damit werden unter anderem Agenturdienste den Medienhäusern, welche diese abonniert haben, ein halbes Jahr lang gratis zur Verfügung gestellt. In der Debatte gab es jedoch immer wieder auch kritische Stimmen, die auf die kommerziellen Zweige der Keystone-SDA aufmerksam machten.

Zudem hatte der Bundesrat bereits im April entschieden, den Bundesbeitrag von zwei auf maximal vier Millionen Franken pro Jahr aufzustocken. Dies namentlich für Übersetzungsleistungen in andere Landessprachen. Dass sich der Bund bei Keystone-SDA – als auch bei anderen Mediengattungen – stärker engagieren will, hat die Landesregierung jedoch bereits vor der Coronakrise in Aussicht gestellt. In der eben zu Ende gegangenen Sommersession hat der Ständerat als erster über die künftige Medienförderung diskutiert. Umstritten ist insbesondere die Förderung von Onlinemedien. Nebst den Medienhäusern ist auch der Bund direkt Kunde der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

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