Aargau
Traitafina sucht einen neuen Standort - vielleicht

Lebensmittelhersteller Traitafina könnte Egliswil verlassen. Nach dem Grossbrand im November 2009 kamen schwere Zeiten auf die Firma zu. Doch schnell wurde dort weiterproduziert - und Traitafina erobert sich neue Märkte.

Christian Bütikofer
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Der Lebensmittelhersteller Traitafina überlegt sich, den Standort Egliswil aufzugeben. Nach dem Grossbrand im November 2009 wurde zwar in Egliswil schnell wieder produziert, jedoch musste einiges an den Hauptsitz nach Lenzburg verlegt werden. Darum überlegen sich Inhaber Hermann Bader und seine Geschäftsführer, Egliswil gleich zu verlassen.

Drei Varianten stehen zur Debatte

Entschieden ist aber noch gar nichts, sagt Bader zu a-z.ch.: «Wir haben drei Optionen», sagt er. Einerseits gibt es die Möglichkeit, das Gebäude wieder komplett hinzustellen - «also den gleichen Würfel wie zuvor», sagt Bader. Die zweite Variante kommt mit Dach: Die Teilruine in Egliswil würde einfach überdacht. Oder als dritte Möglichkeit gibts den Radikalschnitt: Mittelfristig alles nach Lenzburg zügeln und in die dort bestehende Fabrik integrieren. Dann gäbe es die Möglichkeit, das Grundstück in Lenzburg andersweitig zu nutzen, etwa als Wohnraum. «Mit der Gemeinde haben wird darüber noch gar nicht gesprochen», sagt Bader.

Kein Stellenabbau

Nun kommt für Bader die Entscheidungsphase: «Innerhalb von vier Wochen wissen wir, was wir machen werden. Meine Kollegen in der Geschäftsleitung tendieren eher für die Option Lenzburg. Ich als Firmeninhaber eher für eine Weiterführung Egliswil. Aber beschlossen ist noch nichts.» Auf jeden Fall hätte keine der drei Varianten für die Mitarbeiter Konsequenzen: Stellen werden keine abgebaut.

Gastrobranche unter Druck, Detailhandel floriert

Traitafinas Hauptstandbein ist die Gastronomie, etwa 65 Prozent des Umsatzes wird dort erwirtschaftet, sagt Bader. Die Gastrobranche sei momentan unter Druck und das habe man natürlich auch bei Traitafina umsatzmässig zu spüren bekommen. Doch Traitafina versucht schon lange, sich breiter abzustützen - mit Erfolg, wie es scheint: Die Firma konnte sich im Detailhandel etablieren. Traitafina beliefert Shell- und Esso-Tankstellen mit ihren Fertigprodukten. Bei Denner, Alid und Lidl zählt man zum festen Lieferantenkreis. Und auch bei Autogrill hat Traitafina den Fuss in der Tür. Autogrill ist der Marktführer im Bereich Reisegastronomie.

Altersheime und Schulen sorgen für starkes Wachstum

Richtig glücklich ist Hermann Bader aber mit seinen Fertigmenüs für Altersheime. Im Kanton Aargau hat Traitafina einen Deal mit Pro Senectute eingefädelt und beliefert nun diverse Altersheime. Über 800 Menüs wurden in diesem Zusammenhang entwickelt. Nun ist man schweizweit mit vielen wichtigen Altersheimen im Geschäft, sagt Bader. Auch Schulen hätten grossen Bedarf nach Fertigmenüs. Auch hier will Bader längerfristig expandieren.

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