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Nach Corona: Die Industrie trifft sich in Lugano und plädiert für mehr Freihandel

Das knappe Resultat bei der Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien im März hat gezeigt: Politisch hat es der Freihandel in der Schweiz schwer.

Florence Vuichard
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Es war so etwas wie das erste Klassentreffen der Wirtschaft nach der Pandemie: Rund 500 Unternehmer, Manager sowie Gäste trafen sich am Donnerstag in Lugano am Industrietag, der vom Kanton Tessin als eine Pilotveranstaltung für Grossanlässe auserkoren worden war. Die Wiedersehfreude war gross – trotz Covid-Zertifikatspflicht, trotz Maskenobligatorium und trotz vegetarischem Take-away-Lunch, den alle schutzkonzeptkonform stehend im benachbarten Park einnehmen mussten.

Guy Parmelin fordert mehr Einsatz von den Unternehmern

Inhaltlicher Schwerpunkt des Jahrestreffens der Schweizer Industrie war ein Appell für weniger Protektionismus und mehr Freihandel, einer der wichtigsten Pfeiler des hiesigen Wohlstands, der aber auch einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Armut weltweit geleistet habe, wie Swissmem-Präsident Martin Hirzel nachzeichnete. Sein Fazit:

«Es braucht eine Renaissance des Freihandels.»

Ehrengast und Bundespräsident Guy Parmelin stimmte zu, auch er diagnostiziere eine wachsende Skepsis gegenüber der Globalisierung. Er ermahnte deshalb die anwesenden Unternehmer mit Verweis auf die knappe Abstimmung vom März zum Freihandelsabkommen mit Indonesien, sich persönlich mehr für die politische Akzeptanz von Freihandel einzusetzen. Denn sie seien als Unternehmer mit konkreten Erfahrungen glaubwürdiger als die Politiker.

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