"Alles in einem"

So beurteilt der Telekomexperte das neue Swisscom-Angebot «inOne»

Ralf Beyeler: "Swisscom hat nachgezogen.“

Ralf Beyeler: "Swisscom hat nachgezogen.“

Der Telekomexperte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Verivox über das neue inOne-Angebot der Swisscom: Der Preis, das Angebot, die Strategie.

Die Swisscom krempelt ihre Struktur für Bündelabos um, wie er am Mittwoch verkündet hat. Neu führt der «Blaue Riese» das Baukastenprinzip ein. Damit können Kunden ihre Bausteine aus Handy, TV, Internet und Festnetztelefonie selber zusammenstellen.

Wie beurteilen Sie das Angebot der Swisscom?

Ich finde, es ist ein sehr guter Schritt der Swisscom. Das Modulsystem, das bis im April eingeführt wird, ist ein deutlicher Fortschritt. Hier hatte die Swisscom bisher einen Nachteil gegenüber der Konkurrenz: Wer schnelles Internet wollte, musste das Fernsehen mitkaufen. Nun wird das ganze kundenfreundlicher. Sunrise hatte genau diese Lösung bereits. Nun ist Swisscom hier nachgezogen.

Der Wettbewerb spielt also?

Ja, es gibt natürlich noch Unterschiede zu Sunrise. Die Pakete lassen sich also nicht genau vergleichen. Bei der Swisscom ist neu auch noch das Roaming im Ausland ausserhalb der EU beim grossen Paket ein wenig mit einbegriffen. Es gibt auch andere Anbieter mit superschnellem Internet, die deutlich günstiger sind. Hier hat die Swisscom nachgezogen. Swisscom ist aber immer noch teurer.

Aber es bindet den Kunden noch mehr an Swisscom?

Klar, aber er kann aus mehr Möglichkeiten auswählen.

Läutet das Angebot der Swisscom einen neuen Preiskampf in der Telefonie aus?

Nein. Swisscom bleibt auch mit dem neuen Angebot leicht teurer als die Konkurrenz

Auffällig ist, dass das Fernsehen weiterhin sehr stark beworben wird. Swisscom will weiterhin das Angebot pushen.

Ja, es ist weiterhin der Wachstumstreiber für die Firma. Man muss dazu sagen, das das Fernsehangebot der Swisscom zum Besten gehört, was es weltweit gibt.

Wie beurteilen Sie das Vorgehen der Swisscom vor dem Hintergrund des Zweikampfs UPC-Swisscom?

Hier wird auch viel Aufhebens darum gemacht. Sicher ist, UPC verhält sich gegenwärtig defensiv. Das Angebot ist nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber der Swisscom. So erhalten Kunden von UPC zum Beispiel nur 90 Stunden Aufnahmedauer. Bei Swisscom sind es bisher 1200 Stunden und ab April 2400 Stunden. 

Was empfehlen Sie einem Kunden, der weiterhin unabhängig von solchen Paketen bleiben will?

Er kann es weiterhin tun. Er kann von der Swisscom für 90 Franken im Monat das schneller Internet beziehen und günstigere TV-Anbieter, wie Teleboy oder Zattoo abonnieren. Und er kann auch einen anderen Mobile-Anbieter wählen. Wenn er ab und zu übers Festnetz telefonieren möchte, kann er das über die Swisscom machen und es wird ihm ein Minutensatz verrechnet oder er kann für 15 Franken so viel telefonieren, wie er will.

Vergleich: Kosten für Kombi-Pakete ohne Festnetz
Internet-Anschluss mit minestens 40 MBit/s sowie TV, ohne Festnetz-Anschluss.

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Vergleich: Kosten für Kombi-Pakete mit Festnetz
Alle berücksichtigten Angebote gibt es auf Wunsch auch mit einer Festnetz-Flatrate. Mit dieser können die Konsumenten ins Schweizer Festnetz und auf Schweizer Handys anrufen.

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Vergleich: Günstige Internet-Abos für zu Hause für schnellste Geschwindigkeiten

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Autor

Andreas Schaffner

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