Jungunternehmen
FDP-Politiker will tiefere Hürden für Start-ups durchsetzen

Nationalrat Andri Silberschmidt will, dass bei der Gründung einer GmbH das Grundkapital gestaffelt eingezahlt werden kann.

Florence Vuichard
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Andri Silberschmidt.

Andri Silberschmidt.

Keystone

Die GmbH, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, ist hierzulande die beliebteste Rechtsform für den Start einer neuen Firma. Allein im ersten Halbjahr 2021 wurden rund 10'000 neue Firmen im GmbH-Rechtskleid ins Schweizerische Handelsamtsblatt aufgenommen. Doch eine GmbH-Gründung kostet Geld: Nebst der Handelsregistergebühr von 600 Franken sowie Unkosten für Treuhänder und Notare müssen die Jungunternehmer ein Grundkapital von mindestens 20'000 Franken bereitstellen.

Zu viel, findet FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt. «Gründerinnen und Gründer verfügen oft über viel Innovation und Tatendrang, aber über wenig Geld.» Er plädiert mit Blick auf die Start-up-Szene für die Schaffung einer teilliberierten GmbH und hat eine entsprechende Interpellation eingereicht. Konkret: Silberschmidt will das Grundkapital für eine GmbH zwar bei 20'000 Franken belassen, die Gründerinnen und Gründer müssten aber nicht von Anfang an den vollen Betrag einzahlen.

Der freisinnige Nationalrat verweist auf das deutsche Modell der haftungsbeschränkten Unternehmensgesellschaft, bei der Stammkapital nicht voll einbezahlt werden muss. 1 Euro reiche, sagt er. In der Folge würden die Gewinne in der Gesellschaft zurückbehalten bis das minimale Stammkapital beisammen ist. Auch Österreich und Grossbritannien würden solche Varianten und Erleichterungen kennen. «Wir sollten in der Schweiz auch so ein Modell einführen – und damit eine weitere Hürde für Start-ups abbauen.»

Wie bei der Aktiengesellschaft

Ganz artfremd wäre das Konzept nicht, wie Silberschmidt mit Verweis auf das Aktienrecht betont. In der Tat muss man bei der Gründung der Aktiengesellschaft nicht das ganze Aktienkapital von minimum 100'000 Franken einzahlen, sondern nur 20 Prozent, wobei die erforderliche Mindestsumme bei 50'000 Franken liegt.

Wird nur ein Teil des Aktienkapitals liberiert, wird das im Handelsregister vermerkt. «Das könnte man bei der GmbH ähnlich lösen, um auch dem Gläubigerschutz gerecht zu werden.»

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