Stahlindustrie
Schmolz + Bickenbach: Aktionäre segnen Kapitalerhöhung ab

Die Aktionäre des Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach haben am Donnerstagnachmittag an der ausserordentlichen Generalversammlung die vorgeschlagene Kapitalerhöhung angenommen. Auch die umstrittene Wahl von Oliver Thum in den VR wurde angenommen.

Mattthias Niklowitz
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Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung von Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke

Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung von Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke

Keystone

Die Massnahme soll die Abhängigkeit des hochverschuldeten Konzerns von externen Geldgebern verringern. Ein Teil des Erlöses wird zur Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten verwendet. Im Vorfeld der Abstimmung kam es zu keinen Wortmeldungen. Das Aktienkapital wird um insgesamt 438,2 Mio. Fr. erhöht.

Mit der Annahme dieser Vorlage konnten sich die Erben der Gründerfamilie mit Viktor Vekselberg im Rücken definitiv durchsetzen. Die Grössenordnung der Kapitalerhöhung war in den letzten Monaten Gegenstand eines Machtkampfes zwischen der Gruppe um die Erben und den Aktionären, die sich hinter den bisherigen Verwaltungsrat stellten. (sda/nch)

Lesen Sie hier den Verlauf der GV:

16.30 Uhr: Ende des Live Tickers. Eine Pressekonferenz ist nicht vorgesehen.

16.29 Uhr: Damit geht die GV heute in Emmenbrücke rasch über die Bühne. Die Kapitalerhöhung fällt grösser aus als vom alten VR geplant. Für S+B beginnt jetzt ein neues Zeitalter. Die neuen Aktien sind ab dem 9. Oktober handelbar. Zuvor können die Anrechte eine Woche lang an der Börse gehandelt werden.
Die Analysten von Vontobel raten zum Abwarten, wie sie heute in einer Mitteilung an Investoren schreiben. Man möchte mehr über die strategische Richtung erfahren, die der neue Aktionär einschlagen wird.

16.25 Uhr: Zehnder: Es beginnt ein neues Kapitel. Er wünscht dem Unternehmen alles Gute und viel Erfolg. Die GV ist geschlossen.

16.24 Uhr: Edwin Eichler, neuer VR: Er habe gelernt, dass viele ehemalige Mitarbeiter da sind. Er werde alles daran setzen, die Aktionäre zu vertreten und um ihr Eigentum nach vorne zu bringen. In der jetzigen Phase komme es auf einen engen Schulterschluss an. Der bisherige VR wird für den Übergang bedankt.

16.22 Uhr: Nächster ist Heinz Schumacher. Er hat ebenfalls die Unterstützung es alten VR und erhält 61,5 Millionen Stimmen.

16.21 Uhr: VR-Kandidat Hans Ziegler ist nicht umstritten. Er hat allerdings noch andere schwierige Mandate und es gibt bei diesen nicht nur Erfolgsmeldungen - im Gegenteil.
Ziegler bekommt aber 68,7 Millionen Stimmen.

16.20 Uhr: Nächster ist Michael Büchter. Er ist nicht umstritten und kommt auf 69,2 Millionen Ja-Stimmen.

16.19 Uhr: VR-Neuling Edwin Eichler ist nicht umstritten: Er bekommt 61,9 Millionen Ja-Stimmen.

16.18 Uhr: Dritter Mann: Oliver Thum: VR empfiehlt Ablehnung. 51 Millionen Ja-Stimmen. Das reicht locker.

16.17 Uhr: Zweiter Kandidat für den VR: Marco Musetti: 61,9 Millionen Ja-Stimmen.

16.16 Uhr: Erster neuer VR: Vladimir Kuznetsov: 69 Millionen Ja-Stimmen.

16.14 Uhr: Man werde aber auch sehen, wie der neue Hauptaktionär mit der Gesellschaft umgeht.

16.13 Uhr: Ein Vertreter der Vereinigung der unabhängigen Kleinaktionäre meldet sich. Er hätte sich gewünscht, dass die Beschlüsse der ersten GV umgesetzt würden. Ein bis zwei Kernaktionäre wären das beste gewesen. Der bisherige VR hatte das alles auf den Weg gebracht. Die Entwicklung der letzten Wochen können auch positiv gesehen werden. Man konnte sich ein gutes Bild von S+B machen. Heute stehe man vor einer neuen Situation. Der Einfluss der Gründerfamilien sei zurück gedrängt - ein Lichtblick. Das Vertrauen in Renova müsse noch wachsen. An ihrem Verhalten würden sie gemessen, insbesonders ob der neue VR hinter der neuen Strategie steht. Und es geht auch um die Unterstützung für das neue Management. S+B werde noch einige Zeit durch schwierige Gewässer kreuzen. CEO und CFO sollten weiter arbeiten können, sie hätten einen hohen Vertrauenskredit.

16.08 Uhr: Der VR unterstützt die Wahl von Oliver Thum weiter nicht. Der VR sehe keinen Anlass, seine Haltung zu ändern.

16.07 Uhr: Jetzt folgt die Neuwahl des VR.

16.04 Uhr: Nächste Abstimmung: Herabsetzung und Heraufsetzung: 69 Millionen ja, 1,8 Millionen dagegen.

16.01 Uhr: Gemeint war die Credit Suisse. Die soll laut Personen, die mit den Vorgängen bei Renova vertraut sind, bei der ersten Kapitalerhöhung zu viel Geld kassiert haben und das dann nicht zurück bezahlt haben.

16.00 Uhr: Die finanzielle Basis soll mit der Kapitalerhöhung sichergestellt werden. Die Emissionskosten setzen sich aus den Kommissionen der beteiligten Banken plus Notariatsgebühren dazu. Die Kommissionen der Banken waren in die Kritik geraten. Die Banken würden nach marktüblichen Konditionen entschädigt. Die bereits bezahlten Kommissionen würden mit denen der aktuellen Kapitalerhöhung verrechnet. Damit bekomme niemand Geld für eine nicht erbrachte Leistung.

15.58 Uhr: Jetzt muss über eine Herabsetzung des bisherigen Aktienkapitals und über eine Wiederaufstockung abgestimmt werden. Ein Bankenkonsortium hat sich verpflichtet, alle neuen Aktien zu zeichnen und den bisherigen Aktionären anzubieten. Die Renova-Gruppe wird die Bezugsrechte im Umfang ihrer bisherigen Beteiligung zeichnen. Der VR hatte die Ausgabebedingungen heute morgen publiziert. Damit fliessen brutto 438 Millionen Fr. ein. Erlös ist für die Stärkung der Eigenkapitalbasis und für allgemeine Gesellschaftszwecke vorgesehen.

15.55 Uhr: Ergebnis: Die Kapitalerhöhung vom Juni wird widerrufen: 65,6 Millionen stimmen dafür, 1,8 Millionen dagegen. Damit ist die Kapitalerhöhung vom Juni annuliert.

15.53 Uhr: Zuerst muss der alte Beschluss widerrufen werden.

15.51 Uhr: Erste Abstimmung: Kapitalerhöhung. Seit der letzten GV fanden Verhandlungen zur Finanzierung statt. Dabei war auch die Renova beteiligt. Dabei spielte auch die unter den Erwartungen der Gesellschaft liegenden Geschäftsentwicklung. Es mussten Lösungen zur Finanzierung gefunden werden, unter anderem eine Rückzahlung einer hoch verzinslichen Anleihe.

15.47 Uhr: Weiter Herr Zehnder: S+B könne als Weltmarktführer bei Edelstahl überleben. Im Interesse des Unternehmens unterstützt der abtretende VR die Kapitalerhöhung und die Erneuerung des VR.

15.46 Uhr: Der alte VR habe die Voraussetzungen geschaffen, damit die Wende geschafft wird. S+B bleibt eine echte Publikumsgesellschaft. Das verlange auch die Respektierung der Werte: Die Interessen aller Aktionäre berücksichtigende Grundhaltung und eine offene und transparente Informationspolitik.

15.45 Uhr: Hans-Peter Zehnder kommt noch einmal auf die jüngere Geschichte und den Machtkampf zwischen dem alten VR und den Familienaktionären zurück. Die Bedrohung der weiteren Entwicklung der S+B könnten nur die heutigen Beschlüsse aufheben. Der VR hatte in wesentlichen Punkten andere Vorstellungen als die neuen Aktionäre.

15.42 Uhr: Erstes Traktandum: Widerruf der Kapitalerhöhung vom 28. Juni 2013.

15.41 Uhr: 308 Aktionäre anwesende, vertreten 70,8 Millionen Aktien, entsprechend 72,3 Prozent der stimmberechtigten Aktien. 59 Millionen Aktien werden direkt vertreten.

15.39 Uhr: Der Test der elektronischen Stimmabgabe war erfolgreich: Die Testfrage, ob die Schweiz an der Fussball-WM in Brasilien teilnehmen wird. von 70,8 Millionen Stimmen glauben nur 35 Millionen, also gerade die Hälfte, dass die Schweiz an die nächste Fussball-WM fährt.

15.34 Uhr: Es gilt bei den Wahlen und Abstimmungen das absolute Mehr der vertretenen Stimmen.

15.33 Uhr: "Die GV kann über alle auf der Tagesordnung stehenden Punkte befinden", sagt Zehnder

15.32 Uhr: VR Hans-Peter Zehnder begrüsst die Anwesenden. "Ich beginne mit den unvermeidlichen Formalitäten."

15.29 Uhr: Einige Mitglieder des alten VR sind bereits auf dem Podium. Das Top-Management ist ebenfalls eingetroffen. Der gleich abtretende Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder installiert sich bereits.

15.26 Uhr: Etwa 250 Aktionäre sind in das Gerda-Konferenzzentrum nach Emmenbrücke gekommen. Viele sind ehemalige Angestellte, die jetzt an der ausserordentlichen GV mitverfolgen werden, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im Aktionariat und im Verwaltungsrat innert eines Jahres verschoben haben.

15.23 Uhr: Willkommen zur ausserordentlichen GV vom Schmolz + Bickenbach. "In einer Viertelstunde ist alles vorbei, dann gehen wir zum Apéro", sagte ein Besucher. Überraschungen erwartet man nicht. Lediglich eine Personalie könnte Anlass zur Diskussion geben: Oliver Thum, Vertreter der in einer KG organisierten Familienaktionäre

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