«Aufgrund der uns vorliegenden Informationen stellen wir fest, dass zwischen den SBB und dem Hersteller der Flirt-Fahrzeuge, der Stadler AG, weder hinsichtlich der Ursachen der Korrosionsschäden noch bezüglich den nötigen Sanierungsmassnahmen Einigkeit besteht.»

Das steht laut einem Bericht des «Sonntagsblick» in einem Schreiben des Bundeamtes für Verkehr. Der Brief ging an die SBB und dreht sich um einen Zwist, der zwischen den Bundesbahnen und dem Thurgauer Schienenfahrzeugbauer Stadler ausgebrochen ist.

«Völlig unbedenklich»

Kern der Auseinandersetzung sind laut dem Bericht Korrosionsschäden, die in den Böden von Zügen festgestellt worden sind. Betroffen sein soll ein Teil der über 140 Flirt-Regionalzüge, welche Stadler in den vergangenen 15 Jahren an die SBB geliefert hat. Stadler-Sprecherin Marina Winder lässt sich im Artikel wie folgt zitieren:

Die SBB sind offenbar anderer Meinung und sind gemäss dem Bericht seit Februar 2017 daran, die Flirt-Züge umfangreich zu sanieren. Dabei entstünden Kosten in Millionenhöhe, heisst es – Kosten, an denen sich Stadler gemäss den SBB beteiligen soll.

Gespräche laufen

Stadler lässt im Bericht Informationen unkommentiert, wonach das Unternehmen die Position einnehme, die SBB hätten die Korrosion teils mitverschuldet. Dies, weil sie Wartungsarbeiten nicht gemäss Handbuch durchgeführt hätten. Laut dem Bericht ist Stadler zudem der Ansicht, solche Schäden seien völlig normal und nicht sicherheitsrelevant. Des Weiteren sei die Werkgarantie für die bis zu 15 Jahre alten Züge längst abgelaufen.

Ein SBB-Sprecher bestätigt gegenüber dem «Sonntagsblick», dass die Ursachen der Korrosion nicht abschliessend geklärt seien und dass es mit Stadler Gespräche gebe. Auswirkungen auf die Kunden habe keines der Streitthemen, betonen die SBB.

Ermahnung an die SBB

Im Brief des Bundesamtes für Verkehr, aus dem im Bericht zitiert wird, werden die SBB ermahnt, auf nicht zwingend notwendige Gesamtsanierungen zu verzichten, um unnötige Kosten zu verhindern. Zudem wird von den SBB verlangt, nachvollziehbar aufzuzeigen, dass sie die nötige Sorgfalt beim Unterhalt angewendet und den eingetretenen Schaden nicht fahrlässig verschuldet haben.