SBB
Dem FV-Dosto setzte der Winter zu – die Zuverlässigkeit der neuen Züge war im Januar wieder unter den SBB-Vorgaben

Der neue Fernverkehrs-Doppelstockzug von Bombardier sorgte in den kalten Monaten für viele Störungen. Die SBB versprechen Besserung: Der Hersteller habe erste Probleme bereits beheben können.

Stefan Ehrbar
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Präsentiert sich nicht immer vorzüglich: der FV-Dosto der SBB.

Präsentiert sich nicht immer vorzüglich: der FV-Dosto der SBB.

Severin Bigler

Alle 5746 Kilometer hatte der neue Fernverkehrs-Doppelstockzug von Bombardier im Januar eine Störung. Das ist viel häufiger, als es die SBB für einen regulären Einsatz auf ihren Linien eigentlich vorschreiben und der schlechteste Wert seit über einem Jahr. Höchstens alle 8'000 Kilometer sollte ein Zug eine Störung verursachen, um im regulären Einsatz zu bestehen. Dieser Wert wird MDBI genannt («Mean Distance Between Incident»).

Seit Juli vergangenen Jahres fahren die Züge auch auf der Paradestrecke, dem IC1 zwischen Genf und St. Gallen. Schon zuvor wurden sie auf verschiedenen Interregio-Linien eingesetzt. Im Juli hatte der MDBI-Wert bei 8754 Kilometern gelegen – immer noch tiefer als jener der älteren Doppelstockzüge des Typs IC 2000 (9000 Kilometer) oder der ganzen Flotte (11'000 Kilometer), aber akzeptabel.

Batterien entleerten sich

Im Herbst und Anfang des Winters fuhren die Züge vergleichsweise zuverlässig mit Werten von jeweils über 8000 Kilometer. Doch im Januar sackte der Wert ab. Grund dafür sei der Winter, sagt ein Sprecher der SBB. «Dieser hat mit ausserordentlich viel Schnee und Eis all unseren Zügen vor allem im Januar zu schaffen gemacht.»

Der FV-Dosto: 42 Züge sind im regulären Einsatz.

Der FV-Dosto: 42 Züge sind im regulären Einsatz.

Lea Durrer

Bei einigen FV-Dosto hätten der viele Schnee auf den Zugdächern und gefrorene Stromleitungen die Stromabnehmer beschädigt. Teilweise habe die Kälte auch zu einer schnelleren Entladung der Batterien geführt. Die französische Firma Alstom, die das Zuggeschäft von Bombardier übernommen hat, habe die Zuverlässigkeit aber bereits wieder erhöhen können und die Zuverlässigkeit des Zuges zusätzlich verbessern können.

Züge fahren jetzt auch ins Tessin

Tatsächlich stieg der MDBI-Wert im Februar bereits wieder an auf bisher unerreichte 9'856 Kilometer. Per 1. Februar sind 42 der insgesamt 62 bestellten Züge von der SBB abgenommen worden und bei ihr im Einsatz. Eine neue Software, die bis Ende November auf alle FV-Dosto ausgespielt wurde, hat laut dem Hersteller zudem das häufig kritisierte Schütteln der Züge deutlich reduziert.

Seit kurzem fährt der FV-Dosto auch ins Tessin. Dieser Tage werden gewisse Verbindungen des IC 21 von Basel nach Lugano mit den Doppelstockzügen gefahren. Laut dem SBB-Sprecher handelt es sich dabei um sogenannte Ertüchtigungseinsätze. Damit werden die Züge auf den regelmässigen Einsatz ins Tessin vorbereitet. Sie sollen vor allem an Tagen mit viel Verkehr in den Einsatz kommen, wenn die Züge ins Tessin gut ausgelastet bis überfüllt sind, etwa an Ostern. Im Frühling soll der regelmässige Einsatz auf dem IC21 beginnen.

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