Wirtschaft

Salt leidet unter Roaming-Ausfällen und droht Geschäftspartner Sunrise mit Klage

Salt leidet wegen Reisebeschränkungen zwar unter fehlenden Roaming-Umsätzen, kann im Inland jedoch weiterhin neue Kunden gewinnen.

Salt leidet wegen Reisebeschränkungen zwar unter fehlenden Roaming-Umsätzen, kann im Inland jedoch weiterhin neue Kunden gewinnen.

Salt meldet durchzogene Quartalszahlen. Einerseits kann der Mobilfunkanbieter weitere Kunden gewinnen. Dieses Umsatzplus vermag die fehlenden Roaming-Einnahmen aber nicht zu kompensieren.

(sat) Konkret ist der ausgewiesene Betriebsertrag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 207,6 Millionen Franken gesunken. Der Gewinn vor Steuern und Abgaben ging im zweiten Quartal gar um 8 Prozent auf noch 101 Millionen zurück. Rechne man die Folgen der Coronakrise – namentlich die eingebrochenen Roaming-Umsätze – und Effekte rund um den Tower-Verkauf jedoch heraus, sieht die Situation laut einer Mitteilung vom Freitag besser aus. Insbesondere im Kerngeschäft mit den Abonnementskunden seien die Umsätze einmal mehr auch im zweiten Quartal 2020 gewachsen. Im Firmenkundengeschäft meldet Salt sogar den grössten Quartalszuwachs der letzten fünf Jahre.

Nebst den Folgen der Coronapandemie macht Salt offenbar auch die angekündigte Übernahme von Sunrise durch UPC respektive deren Muttergesellschaft Liberty Global zu schaffen. Denn Sunrise ist nicht nur Konkurrent. Im Frühling haben Salt und Sunrise auch bekannt gegeben, mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen Swiss Open Fibre im Bereich der Glasfaserleitungen den Platzhirsch Swisscom anzugreifen. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP am Donnerstag jedoch meldete, droht Salt dem Geschäftspartner Sunrise nun wegen dessen geplanter Übernahme mit einer Klage.

Bei Salt würden durch den Ausstieg von Sunrise Unternehmenswerte vernichtet. Darum hätten Anwälte von Salt in den USA bereits ein Verfahren eingeleitet, um vom neuen Sunrise-Mutterkonzern Liberty Global Infos zum Deal zu erhalten. Wegen der Übernahme hat Sunrise die Arbeiten an Swiss Open Fibre laut AWP denn auch bereits auf Eis gelegt. Man werde die Situation nach einem allfälligen Abschluss des Milliardendeals analysieren und dann entscheiden, wie es weitergehe, sagte Sunrise-Chef André Krause zur AWP.

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