Gift

Rückstände von verbotenen Pestiziden auf importierten Lebensmitteln entdeckt

Pestizid-Rückstände können auf importierten Lebensmitteln in die Schweiz kommen.

Pestizid-Rückstände können auf importierten Lebensmitteln in die Schweiz kommen.

10 Prozent der 2017 importierten Lebensmittel enthielten Pestizide, die in der Schweiz verboten sind. Möglich ist, dass ein Teil dieser Pestizide ursprünglich aus der Schweiz stammt.

(agl) Obwohl die Anwendung dieser Wirkstoffe in der Schweiz verboten ist, ist es Unternehmen erlaubt, diese zu exportieren. Wie die Nichtregierungsorganisation Public Eye herausgefunden hat, landen die Pestizide teilweise wieder auf unseren Tellern.

In einer am Dienstag veröffentlichten Studie heisst es, 10 Prozent aller 2017 kontrollierten Lebensmittel enthielten Pestizid-Rückstände. Würde man Pestizide wie Chlorothalonil einbeziehen, die erst nach 2017 verboten wurden, würde die Anzahl pestizidbelasteter Proben auf 20 Prozent ansteigen, schreibt Public Eye.

Die Organisation analysierte in ihrer Studie die neusten vorhandenen Daten des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Insgesamt wurden in den Kontrollen 52 verbotene Wirkstoffe nachgewiesen, bei einem Fünftel der Proben lagen die Rückstände über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten. Die meisten Lebensmittel mit Pestizidrückständen stammten aus Asien, genauer aus Thailand, Vietnam und Indien.

In der Landwirtschaft schädlich, für Konsumenten unbedenklich

Am häufigsten festgestellt wurde gemäss der Public-Eye-Studie das Insektizid Profenofos, ein starkes Nervengift, das unter anderem durch den Basler Agrarchemiekonzern Syngenta vertrieben wird. Es war in 40 von 220 Proben zu finden.

Lebensmittel mit verbotenen Pestizid-Rückständen können in der Schweiz trotzdem auf den Teller kommen. Dies, wenn die Konzentration unter die sogenannte «Bestimmungsgrenze» von 0,01 Milligramm pro Kilo fällt. Ebenso kann das BLV eine Einfuhrtoleranz festlegen, die bedeutend höher ist.

Dies sei möglich, wenn es für die Gesundheit der Konsumenten unbedenklich sei. Ein Produkt könne in der Anwendung in der Landwirtschaft schädlich sein, die Konsumenten kämen jedoch nur mit Spuren davon in Berührung, sagt das BLV gegenüber Public Eye. Für die Nichtregierungsorganisation ist diese Praxis problematisch.

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