Toyota
Rückruf kann Toyota schaden

Reparatursätze für Gaspedal sollen nächste Woche in Europa eintreffen.

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Der Rückruf von fast 4,5 Millionen Autos wegen eventuell klemmender Gaspedale kann für Toyota
einen noch nicht abschätzbaren Einbruch bei den Verkäufen bedeuten.

Shinichi Sasaki, der Chef der Qualitätskontrolle beim grössten Autohersteller der Welt, erklärte vor Journalisten in Nagoya, üblicherweise koste ein Rückruf im ersten Monat etwa 20 Prozent Absatz. Dann erholten sich die Zahlen allmählich. Allerdings habe es zuvor nie ein solches Ausmass gegeben.

Sasaki verteidigte die verzögerte Reaktion nach dem Bekanntwerden des Problems. Toyota habe sich zunächst darauf konzentriert, eine Lösung zu finden. Er widersprach zugleich Mutmassungen, es gebe bei
Toyota-Fahrzeugen auch ein Problem mit der elektronischen Steuerung der Drosselklappe.

Die Umbausätze für die Gaspedale der acht betroffenen Toyota-Modelle sollen laut den Angaben noch in dieser Woche in den USA eintreffen. In Europa werden die ersten Reparatursätze in der kommenden Woche erwartet. Ein kleines Distanzstück aus Blech soll künftig verhindern, dass das Pedal auf Vollgas hängen bleiben kann.

4,45 Millionen Autos sind betroffen

Betroffen sind nach jüngsten Angaben des Werkes 2,48 Millionen Autos in den USA, 1,71 Millionen Fahrzeuge in Europa, gut 80000 Autos in China sowie 180000 Fahrzeuge in anderen Regionen einschliesslich des Nahen Ostens. Insgesamt müssen also 4,45 Millionen Toyota unplanmässig in die Werkstatt.

Die vorübergehend gestoppte Produktion von Toyota in den USA soll am 8.Februar wieder aufgenommen werden. Analysten kritisierten, dass Toyota die Öffentlichkeit nicht früher über das Problem unterrichtet habe. Dadurch habe das Vertrauen in die japanische Qualität gelitten.

UBS-Analyst Tatsuo Yoshida schätzte, der Rückruf dürfte etwa 900 Millionen Dollar (646 Millionen Euro) kosten. Die Absatzverluste lägen derzeit bei weiteren 155 Millionen Dollar pro Woche. (ddp)

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