Der Basler Pharmakonzern Roche steht offenbar kurz vor der Übernahme des erst 2013 gegründeten US-amerikanischen Biotech-Unternehmens Spark Therapeutics. Dies berichtete am Samstag das für gewöhnlich gut informierte «Wall Street Journal». Der Kaufpreis soll fast 5 Milliarden Dollar betragen, was im Vergleich zum Marktwert von Spark in der Höhe von weniger als 2 Milliarden Dollar einer hohen Prämie entsprechen würde. Spark erwirtschaftete letztes Jahr knapp 65 Millionen Dollar Umsatz und machte knapp 80 Millionen Dollar Verlust.

Laut dem «Journal» könnte der Deal am Montag offiziell bekannt gegeben werden. Dass er zustande komme, sei aber nicht garantiert. Auch ein anderes Unternehmen soll sich für Spark interessieren, heisst es. Eine Roche-Sprecherin sagte auf Anfrage, man kommentiere keine Gerüchte oder Spekulationen.

Novartis hat sich EU-Zulassung gesichert

Spark machte vor etwas mehr als einem Jahr Schlagzeilen mit der US-Zulassung der Gentherapie gegen eine seltene Form des Erblindens namens Luxturna – die Therapie kostet 850'000 Dollar pro Patient und ist seit kurzem auch in der EU zugelassen. Die EU-Zulassung sicherte sich im vergangenen November der Roche-Rivale Novartis. Novartis hatte die Therapie Ende Januar 2018 über eine Lizenzvereinbarung ins Portfolio bekommen. Der Roche-Mitbewerber darf Luxturna in allen Ländern ausserhalb der USA vertreiben.

Das Besondere an solchen Gentherapien ist, dass sie einmalig und sehr teuer sind. Dies im Unterschied zu herkömmlichen Medikamenten, die über viele Jahre hinweg eingenommen werden müssen. So kostet zum Beispiel Novartis’ Therapie gegen Blutkrebs, Kymriah, eine halbe Million Dollar. In der Regel bezahlen Patienten den Betrag erst, wenn sie auf die Behandlung ansprechen.