Wirtschaft

Nespresso kann wegen Coronavirus nicht mehr alle Kapseln liefern

Im Online-Shop ist die Auswahl der Nespresso-Kapseln derzeit beschränkt.

Im Online-Shop ist die Auswahl der Nespresso-Kapseln derzeit beschränkt.

Der Kaffeeriese kämpft in seinem Onlineshop mit Lieferschwierigkeiten. Wie lange diese noch anhalten, ist unklar. Dabei boomt das Geschäft mit den Kaffeekapseln.

Im Homeoffice laufen die Kaffeemaschinen auf Hochtouren. Davon profitiertt auch Nespresso. Die Nestlé-Tochter verkauft im Internet Kapseln für Kaffeemaschinen. Der Vertriebskanal hat an Wichtigkeit gewonnen, seit die viele Läden geschlossen wegen des Coronavirus schliessen mussten.

Nun kämpft der Kaffeeriese aber mit Lieferproblemen: «Aufgrund der aktuellen Situation ist unser Kaffeesortiment temporär eingeschränkt», heisst es als Hinweis auf den Rechnungen, die an Kunden verschickt werden. Auch auf der Startseite des Onlineshop weist Nespresso auf die Probleme hin. In einem Test gestern Abend waren im Schweizer Onlineshop von Nespresso 17 Kapselsorten mit dem Vermerk «nicht lieferbar» gekennzeichnet.

Volles Sortiment erst wieder Ende Mai?

Auch schreibt Nespresso, dass Lieferfristen möglicherweise nicht mehr eingehalten werden könnnen. So können etwa kostenlose Lieferungen am nächsten Tag oder die Auswahl des gewünschten Lieferfenster in der Schweiz derzeit nicht mehr angeboten werden, stattdessen verspricht Nespresso eine Lieferung innerhalb von drei bis fünf Werktagen.

Die «Lebensmittelzeitung» hatte zuvor über Lieferschwierigkeiten in Deutschland berichtet. Wegen des Coronavirus habe Nespresso Vorsichtsmassnahmen in der Produktion treffen müssen, schreibt das Branchenmagazin. Diese führten dazu, dass einige der Kaffeesorten nicht erhältich seien. Wann wieder das volle Sortiment geliefert werden könne, sei unklar. Offenbar sei aber nicht vor Ende Mai mit einer Verfügbarkeit aller Produkte zu rechnen. In Deutschland seien 10 von 30 Sorten derzeit nicht lieferbar. Die Starbucks-Kapseln für den Handel seien mit einer Ausnahme nicht betroffen.

Nestlé will neue Produktionslinien für Kapseln

In Schreiben an die Kunden habe Nespresso mitgeteilt, die gegenwärtigen Lieferschwierigkeiten hätten zum Teil mit dem Lieferdienst DHL zu tun, der kurzfristig Sonderabholungen eingestellt habe. Nespresso wolle nun die Kapseln über andere Kanäle liefern. Auch die Wiedereröffnung zahlreicher Läden im Detailhandel in diversen Ländern dürfte Abhilfe verschaffen. In der Schweiz arbeitet Nespresso etwa mit Manor oder Valora zusammen, über deren Kioske die Kapseln verkauft werden. Auch betreibt Nespresso eigene Boutiquen, die am kommenden Montag grösstenteils wieder eröffnet werden sollten. Eine Anfrage dieser Zeitung zu den Lieferschwierigkeiten und dem ausgedünnten Sortiment liess Nespresso zunächst unbeantwortet.

Nespresso ist eine Erfolgsgeschichte innerhalb des Nahrungsmittelriesen. Zuletzt war die Kaffeesparte stark gewachsen. So sagte Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider dem «Sonntagsblick», Nespresso stehe vor einem weiteren Ausbau. «Es ist jetzt schon absehbar, dass wir wegen des Wachstums weitere Produktionslinien einrichten werden», sagte er der Zeitung. Beim Neustart wolle Nestlé die Gastronomie unterstützen, etwa mit dem Erlass

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