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Nach Stellenabbau: Postfinance will neue Gebühren einführen

Postfinance-Chef Hansruedi Köng.

Postfinance-Chef Hansruedi Köng.

Niedrigzinsen und gesetzliche Regulierung: Laut Postfinance-Chef Hansruedi Köng sind dies die beiden Hauptgründe, weshalb die Bank 500 Stellen abbauen müsse. Eine neue Einnahmequelle will Postfinance über die Einführung von Gebühren erschliessen.

Den Abbau hatte das Unternehmen am Dienstag angekündigt. Bis 2020 sollen die Stellen abgebaut werden. Bereit im nächsten Jahr werden die ersten 239 Stellen gestrichen, wie Köng gestern präzisierte. Seit 2012 sei der Zinsertrag drastisch erodiert und um 0,5 Milliarden Franken gesunken, sagte Köng. In der gleichen Zeit habe man den Zinsaufwand zwar reduzieren können, doch das sei nun nicht mehr weiter möglich. Derweil gehe der Zinsertrag weiter zurück.

Neben den Niedrigzinsen macht der Post-Tochter die Gesetzeslage zu schaffen. «Die Regulierung ist eine Giftpille», sagte Köng. Der Bund als Besitzer mache der Postfinance das Leben schwer. Die Regulierung sei komplex, teuer und drücke auf das Ergebnis. Von Gesetzes wegen darf die Post-Tochter zudem keine Kredite vergeben. Diese beiden Faktoren stosse die Postfinance weg von ihrem traditionellen Geschäftsmodell, welches gemäss Köng «in der Krise steckt».

Vom Abbau betroffen sein werden zunächst vor allem Kundenberater. Der Plan der Postfinance sieht vor, dass diese künftig kein Portfolio mit eigenen Kunden mehr haben. Vielmehr will Postfinance eine «Kampagnensicht» einführen. Das heisst: Die Kunden haben bei Fragen nicht ihren persönlichen Berater, sondern rufen ein Call-Center an. Das ist ein Paradigmenwechsel bei der Postfinance.

Die Umstrukturierung sieht zudem eine Automatisierung und Digitalisierung vor. So sollen repetitive Prozesse automatisiert werden und andere Prozesse ausgelagert werden. So werden Konten künftig digital eröffnet.

Postfinance-Chef Köng erläuterte, dass auch neue Geschäftsfelder eröffnet werden. Diese Geschäftsfelder sollen die wegfallenden Erträge aus dem Zinsgeschäft auffangen. Eine neue Einnahmequelle will Postfinance zudem über die Einführung von Gebühren erschliessen.

Köng bekräftigte gestern noch einmal das Ziel, eine der Top-Adressen im digitalen Banking zu werden. Es sei ihm allerdings bewusst, dass dies ambitiös sei, sagt Köng. Für die Gewerkschaft Syndicom jedenfalls kommen diese Massnahmen zu spät, wie sie am Dienstag mitteilte. Die Postfinance-Geschäftsleitung habe es verpasst, die digitale Transformation des Unternehmens frühzeitig anzugehen. (sda/phf)

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