Geldpolitik
Nach Mindestkurs-Aus: Stützt die Nationalbank den Euro weiterhin?

Musste die Nationalbank am Devisenmarkt intervenieren, nachdem sie den Euro-Mindestkurs aufgegeben hatte? Ein grosser Anstieg der Giroguthaben deutet darauf hin.

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SNB-Chef Thomas Jordan. (Archiv)

SNB-Chef Thomas Jordan. (Archiv)

Keystone

Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind die Einlagen der Banken, die seit dem 22. Januar oberhalb eines bestimmten Freibetrages mit einen Negativzins belastet werden, in der vergangenen Woche stark gewachsen.

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen um fast 26 Mrd. Fr. auf 365,5 Mrd. Fr. zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit vielen Monaten. Das Total der Sichtguthaben bei der SNB erhöhte sich ebenfalls um rund 26 Mrd. Fr. auf 428,2 Mrd. Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

100 Milliarden allein für Januar

Mitte Januar hatte die SNB den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben. Laut SNB-Direktionsmitglied Fritz Zurbrügg hätte die Nationalbank zur Aufrechterhaltung des Mindestkurses mit immer höheren Beträgen am Devisenmarkt intervenieren müssen.

"Hochgerechnet auf einen Monat hätten wir allein im Januar für rund 100 Milliarden Franken intervenieren müssen", sagte Zurbrügg letzte Woche in einem Interview mit dem "Blick".

Nach der Aufhebung der Untergrenze wertete sich der Franken gegenüber dem Euro stark auf. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche ihr billionenschweres Anleihenkaufprogramm verkündet hatte, verlor der Euro gegenüber dem Franken nochmals an Wert.

Danach wurde der Euro noch zu rund 98 Rappen gehandelt. Am Montagvormittag vermochte die Gemeinschaftswährung trotz des Wahlsieges des Linksbündnisses Syriza in Griechenland gegenüber dem Franken wieder zuzulegen. Kurz vor 10 Uhr wurde er zu mehr als 99 Rappen gehandelt.

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