Mobilität
Die Amag-Gruppe fährt ungebremst Richtung Elektromobilität

Die Amag-Gruppe konnte 2021 die Führungsposition bei rein elektrischen Fahrzeugen übernehmen.

Bruno Knellwolf
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Jeder dritte Neuwagen in der Schweiz stammt von der Amag. Darunter sind immer mehr Elektroautos.

Jeder dritte Neuwagen in der Schweiz stammt von der Amag. Darunter sind immer mehr Elektroautos.

LZ

Über Autos mit Verbrennungsmotor verliert der Chef der Amag-Gruppe, Helmut Ruhl, an der Jahrespressekonferenz in Cham kein Wort. «Wir sind der Marktführer bei den reinen Elektroautos», sagt der CEO des grössten Automobil-Importeurs der Schweiz, welcher die Marken des Volkswagen-Konzerns verkauft. Ruhl sagt:

«Wir wollen der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen.»

Nachhaltigkeit sei kein Trend mehr, sondern eine fundamentale Veränderung. Dementsprechend müsse sich sein Unternehmen an diesen Wandel anpassen.

Tönt nach Worthülsen, doch Ruhl spricht mit Inbrunst und zeigt mit seinen Produkten und Strategien, dass der Autoimporteur mit Vollgas Richtung Elektromobilität fährt. Dieses Jahr wird die Amag sechs neue reine Elektroautos lancieren sowie drei neue Plug-in-Hybridmodelle, die einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor an Bord haben. 13 Prozent der im Jahr 2021 importierten Fahrzeuge aus dem VW-Konzern sind rein elektrisch. «Drei Mal mehr als im Vorjahr», sagt Ruhl. Das zeige wie sich der Markt wandle. Vor drei Jahren lag der Anteil der E-Mobile noch bei 5%. «Wir sehen jedes Jahr eine Verdoppelung.»

Zusammenarbeit mit Synhelion und Climeworks

Im Unternehmen selbst, das rund 6500 Mitarbeitende und 740 Lernende beschäftigt, liegt der Anteil an Elektro- und Teilelektrofahrzeugen bei 56 Prozent. Auf den Firmendächern werden Photovoltaik-Anlagen zugebaut, bis 2025 sollen es etwa 65000 m2 sein. Die Amag Gruppe unterstützt zudem das ETH-Spinoff Synhelion, das Solartreibstoff herstellt, der in Zukunft vor allem dem Flugverkehr CO2-neutralen Treibstoff liefern sollen. Zudem werde bald die Unterzeichnung eines langfristigen Vertrags mit der Firma Climeworks bekannt gegeben, welche CO2 aus der Atmosphäre abscheidet.

Auto im Abo – bald nur noch elektronisch

Der Wandel zur Elektromobilität zeigt sich auch bei den Angeboten. Ein Auto kann heutzutage auch im Abo gefahren werden. Dafür hat die Amag die Firma Clyde. Angeboten werden ab 2024 im Abo nur noch reine Elektroautos, keine Verbrenner und auch keine Plug-in-Hybride. «Die Abo-Gebühr enthält auch die Kosten für den Strom», sagt Ruhl. Zudem bietet die Amag auch Elektroauto-Abos an, innerhalb derer man drei Tage pro Monat ein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor fahren kann. «Für die langen Ferienreisen», erklärt Ruhl.

Dass es für die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte dereinst zu wenig Strom haben könnte, glaubt Ruhl nicht. Für die vollständige Umstellung auf Elektro blieben noch 30 Jahre Zeit, da werde man sich bezüglich Stromherstellung und Infrastruktur noch etwas einfallen lassen.

87 Prozent der verkauften Neuwagen sind keine Elektroautos

Bei soviel Elektrifizierung geht beinahe vergessen, dass die Amag, die 2021 einen Umsatz von 4,3 Mia. Franken erzielte, das grosse Geschäft immer noch mit Verbrennungsmotoren macht. Im unter der Corona- und Chipkrise leidenden Gesamtmarkt bleibt die Amag mit ihren Marken VW, Audi, Škoda, Seat/Cupra und VW Nutzfahrzeuge weiterhin Marktführer bei den Autoverkäufen in der Schweiz. Die Firma hat einen Marktanteil von 31,2 Prozent bei den Personenwagen. Die Marke VW ist mit 10%-Marktanteil der Spitzenreiter mit 25817 verkauften Neuwagen.

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