Von der guten Entwicklung hätten sowohl Grossunternehmen als auch KMU profitiert, teilte der Branchenverband Swissmem am Freitag in einem Communiqué mit. Seit drei Quartalen geht es mit den Aufträgen steil nach oben, wie ein Blick in die Zahlen zeigt.

Die hohen Auftragseingänge der vergangenen Monate würden sich nun auf die Kapazitätsauslastung in den Betrieben auswirken. "Im ersten Quartal 2018 betrug sie gemäss Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) 90,6 Prozent, was deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 86,4 Prozent liegt.

Im April erreichte die Kapazitätsauslastung sogar 91,9 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 10 Jahren", schreibt Swissmem. Die Fabriken laufen also auf vollen Touren.

Die Güterausfuhren der MEM-Industrie wuchsen im Startquartal 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent auf 17 Milliarden Franken. Die grösste Zunahme verzeichneten die Exporte in die EU mit einem Plus von +7,4 Prozent.

Besonders gut gelaufen sind die Geschäfte mit Frankreich, Italien und Grossbritannien, wie Swissmem-Sprecher Ivo Zimmermann auf Anfrage sagte. Auch die Exporte in die USA legten um 2,2 Prozent zu. Einzig die Ausfuhren nach Asien sanken um 1,5 Prozent.

Erfreulich sei zudem der Anstieg der Ausfuhren im Maschinenbau, der umsatzstärksten Warengruppe der MEM-Branche. Sie stiegen um 5,2 Prozent", schreibt Swissmem. Auch die Exporte von Metallen (+11,3 Prozent), Präzisionsinstrumenten (5,4 Prozent) und Elektrotechnik/Elektronik (+3,1 Prozent) nahmen deutlich zu.

Mehr Umsatz und Gewinn erwartet

Die Auftragseingänge befinden sich laut dem Branchenverband seit vergangenem Sommer auf einem hohen Niveau. Damit dürften Umsätze und Erträge in diesem Jahr weiter wachsen. "Das ist auch notwendig, um die massiven Margen- und Substanzverluste der vergangenen Jahre auszugleichen", erklärt Swissmem-Interimsdirektor Jean-Philippe Kohl im Communiqué.

Auch die Unternehmer seien optimistisch. Laut der jüngsten Swissmem-Befragung rechnet knapp die Hälfte der Unternehmer für die nächsten zwölf Monate mit mehr Aufträgen aus dem Ausland. Lediglich 12 Prozent befürchten einen Rückgang. Dieser Optimismus werde sowohl von Grossfirmen wie auch von KMU geteilt, so Swissmem.

Mit Abstand der wichtigste Markt für die Schweizer MEM-Industrie bleibt die EU. Dort floriert die Wirtschaft, was die Schweizer Exporte ankurbelt. Zudem helfe die Abschwächung des Frankens in den letzten Monaten, sagte Zimmermann. Der Exportanteil der EU sei im ersten Quartal auf 61,5 Prozent gestiegen. "An der Bedeutung des EU-Marktes wird sich mittelfristig kaum etwas ändern", heisst es.

Allerdings wäre es wichtig, dass bestehende Potenziale in anderen Regionen ausgeschöpft werden könnten. Aktuell böte sich mit dem Mercosur eine Gelegenheit. In den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay würden hohe Handelshindernisse verhindern, dass Marktchancen genutzt werden könnten, so der Branchenverband: "Entsprechend unterstützt Swissmem die Absicht des Bundes, mit dem Mercosur einen Freihandelsvertrag abzuschliessen."