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Ein Entscheid, der nicht hilft – UKW-Sender werden später als geplant abgeschaltet

Die UKW-Sender werden nun doch nicht in einem Jahr abgeschaltet - sondern erste Ende 2024. Dabei haben wir schon andere Technologiewechsel unbeschadet überstanden.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Die Zeit des Mittelwellen-Empfangs ist vorbei. Am UKW-Empfang wollen wir jedoch festhalten.

Die Zeit des Mittelwellen-Empfangs ist vorbei. Am UKW-Empfang wollen wir jedoch festhalten.

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Es gibt sie noch. Radios, die ein Batteriefach haben und einen Kippschalter, mit dem zwischen den Funktionen «AM» und «FM» gewählt werden kann. Die «AM»-Funktion ist längst tot; der dazugehörende Mittelwellen-Sender – eine Energieschleuder sondergleichen – ist seit Jahren abgeschaltet.

Doch auf «FM» lässt sich weiterhin Radio empfangen; die dazugehörenden UKW-Sender sind in Betrieb. Und sie werden nun auch nicht wie geplant in einem Jahr, sondern erst Ende 2024 abgeschaltet.

Die Verschiebung ist das zweifelhafte Verdienst des Radiopioniers Radio Schawinski, der einen Kreuzzug gegen die Abschaltung führt und nun mit dem Entscheid – völlig zurecht – überhaupt nicht glücklich ist.

Er ist so indifferent wie einst die rauschende Mittelwelle. Dabei ist digitale Klarheit wie beim digitalen DAB-Radio gefragt, das den UKW-Betrieb als Standard ablöst: Entweder leisten wir uns einen (teuren) Parallelbetrieb von UKW- und DAB oder wir verabschieden uns von UKW. Das Hinauszögern ist ein Spiel auf Zeit, das niemandem hilft.

Die meisten Radios von heute haben übrigens noch immer eine Wählfunktion. Diese ist nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch. Und die Auswahl ist nicht «AM» oder «FM», sondern «FM» oder «DAB». Die erste Abschaltung haben wir schadensfrei überlebt, es würde uns mit der zweiten nicht anders ergehen.

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