Lieferdienst
Deindeal liefert kein Essen mehr aus – hat Besitzerin Ringier die Konkurrenz von Uber Eats und Just Eat unterschätzt?

Die Schnäppchenplattform Deindeal stieg vor einem Jahr in das Geschäft mit Essenslieferungen ein. Nun ist bereits wieder Schluss. Zuletzt waren auch Mitarbeiter unzufrieden.

Stefan Ehrbar
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DeinDeal liefert keine Essen mehr aus.

DeinDeal liefert keine Essen mehr aus.

zvg/Ringier

Es hätte ein Vorbild für Uber Eats, Eat.ch und Co. werden sollen: Im November 2020 lancierte die Schnäppchen-Plattform Deindeal einen Essenslieferdienst. Die Kuriere wurden von der Tochter des Medienkonzerns Ringier angestellt und erhielten einen formellen Arbeitsvertrag sowie die Sicherheitsausrüstung und einen Bonus für die Wartung und technische Überprüfung ihrer Fahrzeuge – und damit deutlich bessere Konditionen als bei vergleichbaren Anbietern.

Viel Geduld hatte Deindeal mit dem neuen Angebot allerdings nicht. Seit Mitte September werden keine Essen mehr ausgeliefert, das Angebot wurde geschlossen. Das bestätigt Ringier-Sprecherin Johanna Walser. «Die Kunden wussten den Lieferservice sehr zu schätzen. Nachdem die Pandemie-Beschränkungen gelockert wurden und die Deindeal-Partner ihre Gäste wieder in ihren Restaurants willkommen heissen durften, wurde der Essenslieferdienst zum 15. September 2021 eingestellt.»

Lieferdienste als sehr umkämpfter Markt

Seine Einrichtung sei während der pandemischen Einschränkungen für Restaurants ein nahe liegender Schritt gewesen. «Er basierte auf fairen Löhnen, langfristiger Beschäftigung der Kuriere, zahlreichen Kundenbindungsvorteilen sowie angemessenen und transparenten Provisionen ohne zusätzliche indirekte Kosten für die Deindeal-Partner», sagt Walser.

Allzu langfristig war die Beschäftigung der Kuriere nun allerdings doch nicht. Spricht man mit ehemaligen Angestellten, kommen mögliche Motive für das Aus der Essenslieferungen auf – die Konkurrenz mit Uber Eats und Just Eat mit seiner Plattform Eat.ch etwa.

Synergieeffekte geringer als erwartet

Die weltweit aktiven Liefergiganten werben sehr aktiv um Kunden und locken sie mit Rabatt-Aktionen. Im umkämpften Markt sei es schwierig, sich durchzusetzen. Auch der Westschweizer Lieferdienst Smood versucht das seit geraumer Zeit mit Essenslieferungen in der Deutschschweiz und lockt mit teils grossen Rabatten, verlor aber zuletzt mit der Genossenschaft Migros Zürich auch einen grossen Partner (CH Media berichtete).

Mancher Mitarbeiter sei zudem unzufrieden gewesen. Pensen, welche den Kurieren versprochen wurden, konnten wegen dem zu kleinen Auftragsvolumen nicht eingehalten werden, worauf es zu Kündigungen kam. Auch mit der Software, welche die Aufträge an die Kuriere verteilte, habe es Probleme gegeben.

Laut Ringier-Sprecherin Johanna Walser arbeitet Deindeal weiterhin eng mit seinen lokalen Partnern zusammen, um deren Angebote und Dienstleistungen auf der Plattform zu bewerben. Der aktuelle Fokus liege darauf, die besten Hotelangebote in der ganzen Schweiz zu finden, um den Kundinnen und Kunden jeden Tag neue Angebote und Sonderverkäufe vorzuschlagen.