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Kühne+Nagel spürt im ersten Quartal die Coronavirus-Pandemie

Corona-Pandemie: Kühne+Nagel-Chef Detlef Trefzger spricht von einer immensen globalen Herausforderung. (Archivbild)

Corona-Pandemie: Kühne+Nagel-Chef Detlef Trefzger spricht von einer immensen globalen Herausforderung. (Archivbild)

Kühne+Nagel blickt wegen der Coronakrise auf ein schwieriges erstes Quartal zurück. Der Rohertrag und vor allem auch der Gewinn sind klar zurück gegangen. Dabei sank das operative Ergebnis nicht nur in der Luft-, sondern auch in der Seefracht.

Konkret ging der Nettoumsatz im Zeitraum von Januar bis März um 6,2 Prozent auf 4,91 Milliarden Franken zurück. Der um die volatilen Frachttarife bereinigte und deshalb aussagekräftigere Rohertrag sank um 5,1 Prozent auf 1,88 Milliarden, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Der operative Gewinn (EBIT) ging ebenfalls zurück, und zwar um satte 24 Prozent auf 184 Millionen Franken, womit die entsprechende Marge bei 3,7 Prozent zu liegen kam (VJ 4,6). Die sogenannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag ausdrückt, lag bei 9,8 Prozent. Der Reingewinn sank um 23 Prozent auf 139 Millionen.

Mit den Zahlen hat Kühne+Nagel die Analystenerwartungen immerhin erreicht. Der AWP-Konsens lag für den Rohertrag bei 1'838 Millionen, für den EBIT bei 185 Millionen und für den Reingewinn bei 139 Millionen Franken.

"Immense Herausforderung"

Das Unternehmen selbst erklärt, dass die Geschäftsvolumina im ersten Quartal 2020 aufgrund der Corona-Pandemie stark rückläufig gewesen seien. "In dieser Situation behielt Kühne+Nagel aber seine operative Leistungskraft, konnte eine Reihe von Spezialgeschäften abwickeln und neue Kunden gewinnen", wurde CEO Detlef Trefzger in der Mitteilung zitiert.

Trotzdem handle es sich um "eine immense globale Herausforderung". Man habe an insgesamt 1'400 Standorten in 108 Ländern einen sogenannten Business-Continuity-Plan aktiviert. Der Schutz der eigenen Mitarbeiter habe dabei "höchste Priorität".

Nach Sparten betrachtet erreichte Kühne+Nagel in der Seefracht noch ein um knapp 30 Prozent tieferes operatives Ergebnis (EBIT) von 79 Millionen. Mit 1,075 Millionen Standardcontainern (TEU) beförderte der Geschäftsbereich 71'000 Einheiten weniger als in der Vorjahresperiode. In der Luftfracht ging der EBIT um gut 11 Prozent auf 71 Millionen zurück.

"Hohe Liquidität"

Im Ausblick gibt sich der Logistiker wie gewohnt etwas wortkarg. "In den kommenden Monaten wird unser Unternehmen vor grossen Herausforderungen stehen, ist aber angesichts seiner Kundennähe, Agilität und digitaler Angebote gut gerüstet. Eine hohe Liquidität kennzeichnet die solide Finanzkraft des Unternehmens", wurde CEO Detlef Trefzger in der Meldung zitiert.

Wie vor kurzem bereit bekannt wurde, möchte der Logistiker angesichts der Coronakrise ausserdem auf die ursprünglich geplante Ausschüttung einer Dividende für 2019 verzichten. Wegen der Unsicherheiten um die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie sowie aufgrund des gegenwärtigen konjunkturellen Umfelds soll der Betrag von 4,00 Franken je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 auf einem neuen Konto zurückgehalten werden.

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