Kommentar
Kreislaufwirtschaft nimmt allmählich Fahrt auf

Der Secondhand-Markt boomt, gebrauchte Waren sind stärker gefragt denn je. Jetzt steigen vermehrt klassische Händler ins Geschäft ein.

Gabriela Jordan
Gabriela Jordan
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Secondhand liegt im Trend. Wer ein gebrauchtes Smartphone oder Jeans aus zweiter Hand kauft, erhält heutzutage anerkennende Blicke anstatt Spott. Flohmärkte, Tauschbörsen und hippe Secondhandshops erleben seit einer Weile deshalb ein wahres Revival. Onlinebörsen wie Tutti und Ricardo sind nicht mehr wegzudenken und registrieren auf ihren Plattformen ebenfalls eine Zunahme von Secondhand-Inseraten.

Jetzt steigen obendrein Händler auf den Zug auf. Digitec Galaxus bietet seinen Kundinnen und Kunden an, über seine beiden Onlineshops gebrauchte Waren weiterzuverkaufen – und verzeichnet seit dem Coronajahr beinahe eine Verdoppelung dieser Secondhand-Angebote. Coop und Migros spannen mit der Miet- und Vermietplattform Sharely zusammen und bringen so retournierte Produkte ihrer Tochterfirmen Interdiscount respektive Migros Do it + Garden wieder in Umlauf. Gamekonsolen und Rasenmäher werden so nochmals genutzt statt entsorgt.

Der Deal ist für beide Seiten ein Gewinn: Konsumenten schonen ihr Portemonnaie, Händler verbessern ihr Image und ziehen aus dem Verkauf gebrauchter Waren nochmals ein wenig Profit. Das Kundenbedürfnis nach mehr Nachhaltigkeit bringt so die Kreislaufwirtschaft endlich ins Rollen. Aber nur ein wenig. Denn noch macht sie einen Bruchteil des gesamten Konsums aus, der in der Schweiz aufgrund der hohen Kaufkraft auf einem unverändert hohen Niveau verharrt. Weitere Secondhand-Angebote helfen aber zumindest, das Bewusstsein der Gesellschaft für Nachhaltigkeit noch mehr zu schärfen. Deshalb: Mehr davon.

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