Interview
Was ist mit meinen Ferien? Droht ein Buchungschaos wegen Omikron? Die Hotelplan-Chefin nimmt Stellung

Die Unsicherheiten in der Reisebranche und bei der Kundschaft nehmen wegen der Covid-Mutation wieder zu. Hotelplan-CEO Laura Meyer sagt, welche Folgen dies für die Migros-Tochter hat, was sie den Passagieren rät - und sie übt Kritik an der Quarantäneliste des Bundes.

Benjamin Weinmann
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Laura Meyer ist seit Anfang Jahr Chefin bei Hotelplan.

Laura Meyer ist seit Anfang Jahr Chefin bei Hotelplan.

Zvg / Aargauer Zeitung

Wie entwickeln sich die Buchungen aktuell bei Hotelplan angesichts der neuen Unsicherheiten?

Laura Meyer: Seit Wiedereinführung der Quarantäneliste des Bundesamtes für Gesundheit stellen wir eine grosse Unsicherheit bei den Kundinnen und Kunden fest, auch weil die Regeln laufend ändern. Wir haben entsprechend einen starken Buchungsrückgang insbesondere bei Hotelplan Suisse und unserer Tochtergesellschaft vtours in Deutschland. Bei Interhome ist glücklicherweise für die Wintersaison der Binnentourismus sehr stark - dank Schweizern, die ihre Ferien in der Schweiz verbringen. Dafür spüren wir bei Interhome in Deutschland die Einschränkungen aufgrund der Delta-Variante.

Hotelplan erzielt einen bedeutenden Umsatz dank den britischen Touristen, die in der Schweiz Winterferien verbringen. Nun ist auch Grossbritannien auf der Quarantäne-Liste. Was heisst das für Sie?

Unsere britische Tochterfirma Hotelplan UK ist von der neuen Quarantäneregel für Reisende aus Grossbritannien in die Schweiz sehr betroffen. Die Buchungen für die kommende Wintersaison von Britinnen und Briten in die Schweiz sind sehr gut, jedoch mussten wir aufgrund der Quarantäne in der Schweiz leider alle Abreisen von Britinnen und Briten, die im Dezember in die Schweiz reisen wollten, absagen.

Sind Sie denn mit der Quarantäne-Strategie des Bundes einverstanden, der nun auf Omikron reagiert?

Selbstverständlich müssen wir den Entscheid des Bundes, die Quarantäneliste wieder einzuführen, akzeptieren und unterstützen das Bundesamt für Gesundheit bei der Umsetzung. Wir sind jedoch der Meinung, dass Quarantänen wenig bringen, wenn eine Virusvariante bereits verbreitet ist und plädieren für einen Fokus auf vermehrtes Testen bei der Einreise statt auf Quarantänelisten.

Weitere Länder drohen in den kommenden Tagen auf die Liste gesetzt zu werden - genauso wie die Schweiz im Ausland wegen der zunehmenden Covid-Infektionen als rote Zone eingestuft werden könnte. Droht nun wieder ein Umbuchungschaos wie im vergangenen Jahr?

Die Kundinnen und Kunden sind verständlicherweise verunsichert und melden sich bei uns aufgrund der neuen Regelungen. Für Reisen in Länder, die aktuell nicht auf der Quarantäneliste des Bundes stehen, empfehlen wir, die Buchung weiterhin bestehen zu lassen. Kundinnen und Kunden von Hotelplan Suisse, die bis und mit 10. Dezember 2021 eine Pauschalreise in eines der Länder auf der Quarantäneliste des Bundes gebucht haben, können kostenlos annullieren und umbuchen. Aktuell sind unsere Mitarbeitenden dabei, passende Alternativen für diese Kundinnen und Kunden zu suchen, sodass sie ihre Ferien an einem anderen Ort geniessen können.

Wie verläuft die Zusammenarbeit bei der Planung mit Airlines, etwa mit der Swiss, die nun ebenfalls kurzfristig umdisponieren müssen?

Die Zusammenarbeit mit den Fluggesellschaften funktioniert gut. Wir stehen in ständigem Kontakt mit ihnen und sind beispielsweise dabei, Kundinnen und Kunden, die sich aktuell im südlichen Afrika befinden, nach Hause zu bringen.

Mit welchem Gefühl blicken Sie in die Zukunft?

Die Reiselust unserer Kundinnen und Kunden ist gross. Wir hoffen, dass sich bald klärt, welche Länder weiterhin ohne Einschränkungen bereist werden können, damit wir unseren Kundinnen und Kunden ihre Traumreisen organisieren können.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

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