Wirtschaftsforum
Das 27. Wifo gibt es zwei Mal: Online und in Widnau wieder 2022 – Kielholz:«In der Krise wird weniger nach Fakten entschieden»

Am Rheintaler Wirtschaftsforum referierte Walter B. Kielholz, scheidender Verwaltungsratspräsident von Swiss Re.

Stefan Borkert
Merken
Drucken
Teilen
Walter B. Kielholz, Präsident Verwaltungsrat Swiss Re.

Walter B. Kielholz, Präsident Verwaltungsrat Swiss Re.

Bild: PD

Für einmal sind die Besucher nicht nach Widnau ans Rheintaler Wirtschaftsforum gereist, sondern das Wifo ist bei seiner 27. Auflage online zu ihnen gekommen. Einen historischen Moment, nannte Tagungsleiter Reinhard Frei von der Freicom AG die Veranstaltung, die unter dem Patronat des Arbeitgeberverbands Rheintal steht. Die Onlineveranstaltung wird, wenn möglich, ergänzt durch ein weiteres 27. Wifo nächstes Jahr, dann wieder vor Ort in Widnau.

Im Livestream bei der Onlineveranstaltung sind die Referenten jeweils mit Maske aufgetreten. Die Welt stehe derzeit kopf, kommentierte Bruno Damann, Regierungspräsident des Kantons St.Gallen. Dennoch gewann er dem Kopfstand auch Positives ab. Das Gehirn werde dadurch mehr durchblutet.

Schäden entstehen durch Lockdown

Das 27.Wifo wird im Livestream übertragen

Das 27.Wifo wird im Livestream übertragen

PD

Ideen und Fantasien sind gefragt in Krisenzeiten. Das betonte auch Walter B. Kielholz, Noch-Verwaltungsratspräsident der Swiss Re. Als Rückversicherer hat er mit Krisen zu tun. In der jetzigen Pandemie werde der Schaden für die Versicherer nicht durch die Pandemie selbst verursacht, sondern durch die Massnahmen der Politik wie etwa Lockdowns. Das bedeute nicht, dass er mit den Massnahmen nicht einverstanden sei. Aber Krisen wie die zwei Weltkriege seien dann doch noch etwas anderes. Aber auch die aktuelle Pandemie sei stark von Unsicherheiten geprägt. Risiken müssten eingegangen werden.

Entscheidungsträger könnten kaum etwas richtig machen, ohne nicht danach mit Kritik überhäuft zu werden. «In Krisen wird weniger nach Faktenlage entschieden», weil Fakten und Daten gar nicht schnell genug und auch nicht analysiert genug zur Verfügung stünden, sagt er. Manchmal würden Entscheidungen im Unternehmen getroffen, die dann aber nicht mehr durchsetzbar seien. Während der Finanzkrise seien mehrere Banken schlicht nicht mehr führbar gewesen.

Silberstreif am Horizont

Im Gespräch mit Moderatorin Sonja Hasler meinte er scherzhaft, er habe sich immer vorgenommen, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. «Jetzt habe ich eines», blinzelt er verschmitzt hinter der Maske. Wieder ernster betonte er wie wichtig der Impfstoff als Silberstreif am Horizont sei. Nach dem Ende der Pandemie werde es dauern, aber die Wirtschaft werde sich gut erholen, ist er überzeugt.

Die Coltène/Whaledent AG in Altstätten wurde von der Jury mit dem «Preis der Rheintaler Wirtschaft 2021» ausgezeichnet. CEO Martin Schaufelberger nahm den Preis entgegen.

Die Coltène/Whaledent AG in Altstätten wurde von der Jury mit dem «Preis der Rheintaler Wirtschaft 2021» ausgezeichnet. CEO Martin Schaufelberger nahm den Preis entgegen.

PD