Heimelektronik
Fernseher oder Videokamera mieten? Interdiscount testet das Interesse der Kunden am Verleih

Der Elektronikhändler prüft zusammen mit einem Zürcher Start-Up, wie gross die Nachfrage nach Produkten zur Miete ist.

Gabriela Jordan
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Geld sparen und Heimelektronik-Produkte mieten statt kaufen: Das ist jetzt testweise in einer Interdiscount-Filiale möglich.

Geld sparen und Heimelektronik-Produkte mieten statt kaufen: Das ist jetzt testweise in einer Interdiscount-Filiale möglich.

Bild: Keystone

Eine Drohne oder Videokamera fürs Wochenende mieten – oder einen Fernseher für ein paar Monate: Das war bereits über private Sharing-Plattformen möglich. Jetzt kommt eine weitere Option dazu. Produkte im Bereich Heimelektronik lassen sich ab sofort auch bei Interdiscount mieten. Die Coop-Tochter geht dafür eine Kooperation mit der Miet- und Vermietplattform Sharely ein, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Zusammen wollen die beiden Unternehmen während fünf Monaten testen, wie gross das Interesse an Produkten zur Miete im Bereich Unterhaltungselektronik ist. Das Pilotprojekt wird an der Zürcher Filiale an der Sihlstrasse durchgeführt, Ende Jahr wird Bilanz gezogen und eine mögliche Ausweitung auf andere Regionen geprüft.

Mieten lassen sich rund 20 Artikel aus Onlineretouren, die bislang schon vergünstigt zum Verkauf angeboten wurden. Neu können sie auch über die Website oder App von Sharely tag-, wochen- oder monatsweise ausgeliehen und dann in der Zürcher Interdiscount-Filiale abgeholt werden. «Die Onlineretouren auf diesem Weg weiter zu verwerten bietet neue Chancen», lässt sich Filialleiter John Barry in der Mitteilung zitieren.

Auch Möbelhändler bieten Abos für Sofas und Co. an

Das Zürcher Start-Up Sharely möchte durch das Pilotprojekt mit Interdiscount die Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben. Bisher hat die Plattform lediglich Privatpersonen zusammengebracht, jetzt will sie vermehrt auch Händler für das Sharing-Konzept gewinnen – und so unnötige Käufe vermeiden und die Umweltbelastung senken. Neben Interdiscount gehört auch die Migros zu den Partnern, in vier «Do it + Garden»-Filialen in Zürich läuft derzeit ebenfalls ein Pilotprojekt. «Wir sind überzeugt, dass unser Projekt das enorme Potenzial für den Handel offenlegen wird», sagt Sharely-CEO Lucie Rein.

Lucie Rein

Lucie Rein

Zvg / zvg

Das Sharing-Konzept fand auch schon in vielen anderen Wirtschaftsbereichen Eingang. Zum Beispiel in der Möbelbranche: Einige Händler bieten bereits seit Jahren Lampen, Sofas oder Betten zur Miete an. Eines der ersten Möbel-Abos wurde von der Zuger Firma Beliani lanciert, seit zwei Jahren testet auch Ikea diverse Abo-Optionen.

Unter dem Strich sind solche Konzepte im Konsumgüterbereich aber immer noch eine Nische. «Viele Leute besitzen ihre Hausrat-Objekte nach wie vor gerne selber», schrieb jüngst die Versicherung Axa. Dies unter anderem, weil Konsumgüter im Vergleich etwa zu Fahrzeugen deutlich günstiger seien.

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