Wasserkraftwerk
Firma möchte Wasser nutzen

Die Pfiffner Messwandler AG Hirschthal hat ein Konzessionsgesuch für die Nutzung der Wasserkraft der Suhre in Hirschthal eingereicht. Das Werk soll Strom für 100 Haushaltungen produzieren.

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Wasserkraftwerk Hirschthal

Wasserkraftwerk Hirschthal

Aargauer Zeitung

Frieda Steffen

Das Ansinnen kommt nicht von ungefähr: Auf demselben Areal wurde bereits zwischen 1869 und 1972 - also während über 100 Jahren - ein Wasserkraftwerk betrieben. Gemäss Pfiffner Messwandler AG wolle man mit dem Projekt «Wasserkraft Hirschthal» den politischen Willen zur Nutzung erneuerbarer Energien umsetzen. Geplant ist ein Wasserkraftwerk, das Tag und Nacht Strom für 100 Haushalte liefert, was einer Jahresproduktion von 420 000 Wattstunden entspricht.

Gleichzeitig mit dem Bau der Anlage soll die Wasserlandschaft im Bereich der neu erstellten «Biberburg» aufgewertet werden. Dank einem zusätzlichen Flachwassergerinne wird ein idealer Lebensraum für Jungfische geschaffen, gleichzeitig kann ein Hochwasserschutzprojekt umgesetzt werden. Die Pfiffner Messwandler AG investiert 1,2 Millionen Franken in dieses Projekt, wenn möglich noch in diesem Jahr.

Turbine kommt in den Boden

Ausgearbeitet hat das Projekt die Proma-Consult AG, Spezialistin für Kleinwasserkraftwerke aus Nussbaumen. Oberhalb der Suhrebrücke ist ein Schlauchwehr geplant: Ein riesiger mit Wasser gefüllter Gummischlauch, der quer im Fluss liegt, das Wasser staut, sich aber bei Hoch-
wasser selbst reguliert. Gleichzeitig wird ein Umgehungsgewässer für die Fische entstehen. Im Staubereich würde die Uferschutzzone geflutet und der Flusslauf dadurch verbreitert. Oberhalb des Wehrs fliesst das Wasser seitlich durch einen Lochrechen in die unterirdisch liegende Turbine mit Generator. Überirdisch ist lediglich das Einstiegshäuschen sichtbar.

Ergänzung zur Biberburg

Für die Umsetzung des Wasserkraftwerkes stehen laut Pfiffner Messwandler AG genügend Landreserven zur Verfügung, um daraus ein Naherholungsgebiet zu schaffen. Es stellt eine Ergänzung zum Ökoprojekt «Biberburg» dar, das ebenfalls auf einem Grundstück der Pfiffner Messwandler AG steht. Vom Projekt Stauwehr gingen keine umweltrelevanten Gefahren aus, die besondere Schutzmassnahmen erforderten, und die Fischgängigkeit in der Suhre sei sichergestellt.

Der bisherige Flussverlauf wird beibehalten, damit die zum Teil schon älteren Bäume weiterhin den typischen Charakter der Suhre prägen. Die vorgesehenen Renaturierungsmassnahmen für den Flusslauf oberhalb des Kraftwerkes werden den natürlichen Verlauf der Suhre gewährleisten. Die Revitalisierung des Flussabschnittes soll so gestaltet werden, dass er einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt als Lebensraum dienen kann. Die Wechselwirkung zwischen ober- und unterirdischen Gewässern bleibt erhalten, eine standortgerechte Ufervegetation kann gedeihen.

Baugesuch liegt beim Kanton

Das Baugesuch für das Wasserkraftwerk liegt zurzeit beim kantonalen Baudepartement. Sobald von dort grünes Licht gegeben wird, erfolgt die Baueingabe; der Baubeginn ist unmittelbar nach Bewilligungserteilung geplant.

Eingespeist wird der produzierte Strom in das örtliche Netz der IBAarau. Der Betreiber erhält eine über dem Marktpreis liegende Abgeltung aus dem Fonds «kostendeckende Einspeisevergütung», in den alle Stromkonsumenten einzahlen. Das entsprechende Gesuch wurde von der Swissgrid bereits bewilligt.