Energie

Energiekonzern Alpiq schreibt Verlust von über 20 Millionen Franken

Logo des Energiekonzerns Alpiq (Archiv)

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Rote Zahlen für den Energiekonzern Alpiq: Nach neun Monaten schreibt das Unternehmen einen Verlust von 21 Millionen Franken. Der Grund: Die tiefen Grosshandelspreise sowie die Kosten für die laufende Restrukturierung.

Die tiefen Strompreise in Europa setzen Alpiq weiter zu: Der Stromkonzern verbuchte von Januar bis September 2014 einen Verlust von 21 Mio. Franken. Auch der Umsatz ging markant zurück. Vorteilhaft wirkte sich die zusätzliche Produktion von Kohlestrom aus.

Die Inbetriebnahme einen neuen Blocks im Kohlekraftwerk Kladno in der Nähe von Prag habe das Ergebnis positiv beeinflusst, teilte Alpiq am Montag mit. Insgesamt litt der Stromkonzern aber weiterhin unter den tiefen Grosshandelspreisen in Europa - insbesondere bei der im Gegensatz zu Kohle klimafreundlichen Wasserkraft, mit der Alpiq rund einen Drittel ihres Stroms herstellt.

Im Vorjahr hatte Alpiq in den ersten neun Monaten noch einen Gewinn von 126 Mio. Franken erzielt. Der Umsatz sank um knapp 15 Prozent auf 5,97 Mrd. Franken, der Gewinn vor Finanzierung und Ertragssteuern (EBIT) verringerte sich um gut 38 Prozent auf 208 Mio. Franken.

Auch das laufende Restrukturierungsprogramm sowie der im Sommer angekündigte Rückkauf von Anleihen schmälerten das Ergebnis. Alpiqwill gemäss dem Ende letzten Jahres angekündigten Sparprogramm die Kosten um jährlich 100 Mio. Fr. verringern. Damals gab Alpiq auch den Abbau von 200 Stellen bekannt.

Mehr Mitarbeiter

Per Ende September beschäftigte Alpiq knapp 8000 Mitarbeitende, 137 mehr als ein Jahr zuvor. Die zusätzlichen Stellen seien vor allem in den neuen Geschäftsfeldern entstanden, beispielsweise den Energiedienstleistungen, sagte Alpiq-Sprecher Richard Rogers auf Anfrage.

Alpiq will gemäss der neuen Strategie verstärkt Energiedienstleistungen anbieten, etwa in der Gebäude- und Verkehrstechnik. Ziel von Alpiq ist auch der Abbau von Schulden: Per Ende September betrug die Nettoverschuldung 1,99 Mrd. Franken, nach 2,05 Mrd. ein Jahr zuvor.

Die Umsetzung der Strategie laufe nach Plan, teilte Alpiq mit. Der Stromkonzern stellte am Montag für das Gesamtjahr zudem einen um knapp 30 Prozent tieferen Gewinn vor Finanzierung, Ertragssteuern und Abschreibungen (EBITDA) in Aussicht - 2013 hatte Alpiq einen EBITDA von 796 Mio. Fr. erwirtschaftet. Zum erwarteten Reinergebnis und zur möglichen Dividende gab es keine Angaben.

Neuer Finanzchef

Neuer Finanzchef von Alpiq wird Thomas Bucher: Bucher übernimmt Anfang April 2015 die Nachfolge von Patrick Mariller, wie es in der Mitteilung heisst. Der 48-jährige Bucher war bislang beim Passagierverpfleger Gategroup tätig.

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