Wann immer eine Dose auf dieser Welt einen Deckel aufgesetzt bekommt, dann hat mit grosser Wahrscheinlichkeit die Aargauer Ferrum AG ihre Hände im Spiel. Die Firma mit Hauptsitz in Schafisheim ist nämlich weltweite Marktführerin im Dosenverschliessgeschäft. Zudem ist sie Anbieterin von Separationstechnologien.

Am Freitag teilt die Firma mit, dass sie die niederbayrische Hiller GmbH aufgekauft hat. Diese Firma ist ebenfalls global tätig und Spezialistin in der Entwicklung und Fertigung von Dekantierzentrifugen. Für Ferrum ist bedeutet der Zukauf ein «bedeutender Wachstumsschritt im Separationstechnologiegeschäft». Dekantierzentrifugen trennen Stoffe unter Ausnutzung von Zentrifugalkräften.

Erst vor wenigen Monaten hat die Ferrum AG die polnische Spomasz-Wronki Grupa Ferrum Sp. Z o.o. gekauft. Damit ist es den Aargauern gelungen, ins Geschäft mit Dekantierzentrifugen einzusteigen. Beat Bühlmann, Präsident des Verwaltungsrates erklärt den Zukauf von Hiller so: «Nun gelangt durch den Erwerb der Hiller GmbH ein sehr gut positionierter Brandname für Dekantierzentrifugen unter das Dach der Ferrum.»

Die Firma Hiller habe sich in den vergangenen knapp 50 Jahren durch weltweit über 6000 Installationen «einen hervorragenden Ruf als Zentrifugen-Spezialist höchster Qualität erarbeitet».

Als inhabergeführtes Familienunternehmen habe die Hiller GmbH sehr ähnliche DNA wie die Ferrum AG. Die Hiller GmbH beschäftige 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhalte an ihrem Hauptsitz im niederbayrischen Vilsbiburg eine hochmoderne Fertigungsanlagen.

Die Dekantierzentrifugen und Anlagen von Hiller seien insbesondere in der Umwelttechnik und Abwasserklärung und in der Lebensmittelindustrie, aber auch in der Öl- und Gasindustrie, Chemie und Pharma im Einsatz.

Der Standort in Niederbayern mit der Belegschaft und auch der Markenname Hiller würden beibehalten.

«Ferrum ist die ideale neue Eigentümerin", sagt der ehemalige Firmeninhaber Georg Hiller. Beide Firmen würden dieselben hohen Qualitätsansprüche verfolgen. Hiller selbst bleibt dem Unternehmen als CTO erhalten. Er wird die Weiterentwicklung von Dekantierzentrifugen und den dazugehörigen Verfahrensprozessen vorantreiben.

Als Aufsichtsratsvorsitzender und vorläufiger CEO der Hiller GmbH wird Ernst Werthmüller, Vizepräsident des Verwaltungsrates der Ferrum AG, verantwortlich zeichnen. Sein Ziel: Mit Produkten von Hiller in Asien und Nordamerika Fuss zu fassen. Von den beiden neuen Standorten in Deutschland und Polen, dem zusätzlichen Technologie-Knowhow und den zusätzlichen Produktlinien sowie der starken Marke Hiller könnten auch Ferrum’s Standorte in der Schweiz und die gesamte Gruppe profitieren.

Die Ferrum AG beschäftigt weltweit über 800 Mitarbeiter und verfügt neben den zwei Werken in der Schweiz über Standorte in China, Indien, Polen, USA und neu Deutschland. (jk)