Vereins Aarau Standortmarketing
Der Strategie müssen Taten folgen

Halbzeit für die dreijährige Einführungsphase des Vereins Aarau Standortmarketing. Nach umfangreichen Überlegungen zur strategischen Ausrichtung sollen in den nächsten Monaten greifbare Taten folgen.

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Aargauer Sport

Hermann Rauber

Der Verein Aarau Standortmarketing war laut Präsident Hanspeter Hilfiker in einer ersten Phase «viel mit sich selbst beschäftigt». Die «Aussenwirkung» ist deshalb noch «gering». In einer ersten Phase nach der Gründung ging es vor allem darum, eine «umfangreiche Strategie» zu entwickeln. Die Wünsche und Anforderungen an den neuen Verein seien «so vielseitig wie anspruchsvoll» und die Vorstellungen über ein Standortmarketing «sehr heterogen», meinte Hilfiker in einer ersten Bilanz. Die Kernaufgabe bestehe laut dem Selbstverständnis des Vorstandes und der Trägerschaft «in der professionellen Vermarktung des Standortes Aarau». Allein könne die Organisation aber nichts erreichen, Standortmarketing sei primär ein «kooperativer Ansatz».

Leader und Partner zugleich

Immerhin steht laut den Zielen fest, dass der Verein die «führende Organisation bei der professionellen Vermarktung von Aarau als Wirtschafts-, Kultur-, Gastro-, Gewerbe-, Wohn- und Bildungsraum. Dazu gehört auch die Vereinigung der bisher unabhängig agierenden städtischen und privaten Anbieter unter einem Dach. Der Verein will aber nicht nur Leader bei der Entwicklung und Positionierung der Marke Aarau, sondern auch Partner sein, vor allem für die Trägervereine und für die öffentliche Hand. Man wolle, so der Präsident, zur «Drehscheibe» werden und verstehe die bisherige Tätigkeit als «ersten Schritt im Marketingprozess», der noch längst nicht abgeschlossen sei. Dies bestätigte auch Geschäftsführer Markus Schenk, der anfangs Juli just ein Jahr im Amt ist.

Er konnte mit dem Umzug des Büros Aarau Info an den Schlossplatz, mit dem Besuch des Lord Mayor von Westminster, mit einem neuen Logo oder jüngst mit dem Support der Delegiertenversammlung der Schweizer Schreinermeister in Aarau für Aufmerksamkeit sorgen. Mit guten Rückmeldungen notabene. «Die schärfsten Kritiker am Standort Aarau sind vielfach die Bewohner selber, nicht die Besucher», berichtete Schenk aus Erfahrung. Deshalb gelte es auch, «das Bewusstsein über die Attraktivität des Standortes Aarau in der Bevölkerung zu mehren und zu steigern».

Bald eine Swiss City?

Was aber ist in naher Zukunft geplant? «Wir wollen Aarau Info zum Kongressbüro entwickeln, für das Eidgenössische Schützenfest 2010 einen Hotelübersichtstool schaffen und einen regionalen Ticketcorner aufbauen», sagt Schenk. Weitere Projekte sind die Herausgabe einer Kongressmappe, die Edition oder Überarbeitung diverser Imagebroschüren (etwa «Aarau in pocket» unter Einbezug des neuen Stadtteils Rohr) oder der Beitritt zu Swiss Cities von Schweiz Tourismus. Dieser Entscheid soll im kommenden Oktober fallen.

Daneben stützt man sich auf die Kreativität der Trägervereine (unter anderem das Zentrum oder Aarau eusi gsund Stadt) ab, zum Beispiel auf den Verein Aarau Aktiv, der die Herausgabe einer Broschüre «Aarau ist grün» und eine Neuauflage des Gastroführers plant. Als Aktionsfelder sieht Markus Schenk die Bereiche Image, Erlebnis, Angebot, Gestaltung und Verkehr. «Deshalb hoffen wir auf einen Erweiterungsbau des Stadtmuseums Schlössli oder auf das Aarauer Kulturfest im kommenden Oktober». Mit Blick auf die «Inszenierung des öffentlichen Raums» hob Schenk lobend den Brunnenschmuck am Maienzug hervor, «ein Vorhaben, an das der Verein künftig einen Beitrag leisten könnte».

Nicht auf Rosen gebettet

Auf Rosen gebettet ist Aarau Standortmarketing allerdings nicht. Gemäss Hanspeter Hilfiker gelang es in wirtschaftlich schwierigem Umfeld, Sponsoren und Gönner zu finden, die jährlich rund 50 000 Franken in die Kasse bringen. Hoffnungen setzt man auf eine neue Medienpartnerschaft, und zwar mit einer Ausgangsbroschüre mit dem Titel «aaround», die aber frühstens Ende September erstmals erscheinen wird.

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