KOF-Analyse

Coronakrise: Schweizer Wirtschaft wird sich schneller erholen als jene in Nachbarländern

Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich gemäss der Konjunkturforschungsstelle (KOF) schneller erholen als in den Nachbarländern. (Symbolbild)

Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich gemäss der Konjunkturforschungsstelle (KOF) schneller erholen als in den Nachbarländern. (Symbolbild)

Ein Grossteil der Schweizer Unternehmen rechnet für 2020 mit einem Rückgang des Gesamtumsatzes. Allerdings erwartet die Konjunkturforschungsstelle der ETH einen schwächeren Einbruch in der Schweiz als in den Nachbarländern.

(dpo) In den Umfragen der Konjunkturforschungsstelle (KOF) befürchten rund drei Viertel der Unternehme einen Rückgang des Gesamtumsatzes im Jahr 2020 wegen der Coronapandemie. Im Durchschnitt rechnen die befragten Unternehmen damit, dass ihr Umsatz um etwa einen Fünftel sinken wird, teilte die KOF am Dienstag mit.

11 Prozent der befragten Unternehmen treffe die Krise so heftig, dass sie ihre Existenz als stark oder sehr stark gefährdet ansehen. Gefragt nach Restriktionen durch die Pandemie, nennen 68 Prozent einen Rückgang der Nachfrage, so die Konjunkturforschungsstelle.

Milder Konjunktureinbruch im Vergleich zum Ausland

Für das Jahr 2020 geht die KOF derzeit von einem Rückgang des BIP-Wachstums um 5,1 Prozent. In der letzten Prognose waren es Minus 5,5 Prozent. Im Jahr 2021 sei dann wieder ein Plus von 4,3 Prozent zu erwarten.

Allerdings dürfte der Konjunktureinbruch in der Schweiz milder ausfallen als in den umliegenden Ländern. Ein Vergleich der Verläufe des Bruttoinlandprodukts (BIP) zeige, dass die Erholung in der Schweiz recht schnell vonstattengehen dürfte, heisst es in der Mitteilung.

ETH-Forscher: Bund soll nur noch Teil des Kreditrisikos tragen

In einer weiteren Mitteilung vom Dienstag schlagen drei Forscher der KOF eine Anpassung des Kreditprogramms des Bundes vor. Aktuell zeichne sich eine Investitionsschwäche ab und dieser könne das Kreditprogramm nicht entgegenwirken. Deshalb schlagen die Forscher vor, dass das Covid-
19-Kreditprogramm um ein Jahr verlängert wird, und zusätzlich alle genehmigten Kredite neu auch für Investitionen verwendet werden können. Bisher dürfen die Kredite nur zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden.

Des Weiteren sollen die Kredite nur noch zum Teil vom Bund abgesichert werden, so die Forscher. Das restliche Kreditrisiko soll die kreditgebende Bank tragen. Laut Mitteilung soll die stufenweise Reduktion der staatlichen Garantien soll dazu führen, dass Investitionen eher früher als später in Angriff genommen werden und somit die wirtschaftliche Erholung schneller eintritt.

Meistgesehen

Artboard 1