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Betreiberin sieht sich gewappnet für die Zeit nach Abschaltung des AKW Mühleberg

Inbetriebnahme 1972, Abschaltung 2019: Das AKW Mühleberg westlich von Bern.

Inbetriebnahme 1972, Abschaltung 2019: Das AKW Mühleberg westlich von Bern.

Nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Mühleberg gehen die Stilllegungs- und Rückbauarbeiten direkt am 6. Januar los. Das sagte Werkleiter Martin Saxer vor zahlreichen Medienschaffenden in Mühleberg.

Mit der Abschaltung gehe eine Ära zu Ende, in der das Kernkraftwerk Energie- und Technikgeschichte geschrieben habe, sagte Saxer. "Es ist aber lediglich ein Kapitel abgeschlossen. Am 6. Januar schlagen wir ein neues auf."

Saxer zeigte sich stolz auf die 330 Mitarbeitenden des Werks, die über 47 Jahre einen Betrieb ohne grössere Zwischenfälle garantiert hätten. Das Werk habe insgesamt 130'000'000'000 Kilowattstunden Strom produziert.

Das würde ausreichen, um die Stadt Bern über hundert Jahre lang mit Strom zu versorgen. Gesamtschweizerisch trug Mühleberg mit 5 Prozent zur Stromproduktion bei.

Im Jahr 2024 soll Mühleberg frei von Kernbrennstoff sein. Daraufhin erfolgt der nukleare Rückbau. Im Jahr 2031 sollte auf dem Areal keine Radioaktivität mehr vorhanden sein.

Was danach mit dem gut erschlossenen Gelände geschieht, ist laut BKW-Chefin Suzanne Thoma offen. Ideen gebe es schon, aber noch keine konkreten Pläne. Ihr Wunsch wäre es, dass das Gelände weiterhin als Wirtschaftsstandort der Region dienen würde.

Im Kommandoraum in Mühleberg werden zwei Mitarbeiter das AKW punkt 12.30 Uhr abschalten. Der Entscheid zur Stilllegung fiel bereits 2013. Ausschlaggebend waren wirtschaftliche Überlegungen: Die BKW kam zum Schluss, dass sich die geforderten Nachrüstungen für den Langzeitbetrieb nicht mehr lohnen würden.

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