Die Idee von Taxito ist simpel: Jede Person, die ein Handy besitzt, kann ohne Voranmeldung ihren Fahrwunsch per SMS an Taxito übermitteln.

Sobald die gewünschte Zieldestination eingegeben wird, leuchtet diese auf einer Tafel bei vier Postautohaltestellen in den Gemeinden Luthern, Willisau und Zell auf. Vorbeifahrende Autofahrer können spontan anhalten und ihren Fahrdienst anbieten.

Damit das Angebot von Taxito noch sichtbarer wird, stehen seit Freitag neue so genannte Taxitopoints am Strassenrand, am Montag wurden sie offiziell eingeweiht. Sie sind mit der neusten Technologie ausgerüstet, und eine orange blinkende Lampe soll die Sichtbarkeit auch bei Schnee und Nebel erhöhen.

Zwei Franken pro Fahrt

Ein Fahrt kostet zwei Franken. Ein Franken geht an Taxito, ein Franken an den Chauffeur. Um das System möglichst einfach zu führen, müssen sich die Autofahrer erst im Nachhinein bei Taxito anmelden und nur dann, wenn sie den verdienten Franken auch tatsächlich einfordern wollen. "Es hat sich gezeigt, dass die Autofahrer den Dienst oft nicht wegen des Geldes anbieten", sagt Romeo Degiacomi, Mediensprecher des Verkehrsverbunds Luzern (VVL).

Der Fahrgast quittiert die Mitnahme, indem er die Autonummer ebenfalls per SMS ans System meldet. Damit ist auch die Sicherheit garantiert. Insgesamt stehen fünf Zielorte zur Auswahl.

Ergänzung zum öV

Die Zahl der vermittelten Fahrten konnte seit dem Start stets ein bisschen gesteigert werden. Im vergangenen Jahr nutzten knapp 930 Personen das Angebot, das sind 100 mehr als im Vorjahr. "Auch 2018 wurden keinerlei Unfälle, Zwischenfälle oder Schäden gemeldet", heisst es in einer Medienmitteilung von Taxito und dem VVL.

Die durchschnittliche Wartezeit, bis ein Auto anhält, beträgt jeweils drei bis vier Minuten. Der Nutzungskreis sei gross, sagt Degiacomi. Touristen nutzten Taxito, Einheimische, auch Studentinnen und Studenten, die zu einer Zeit eine Vorlesung besuchen müssen, zu der kein Postauto fährt.

Taxito sei eine wichtige Ergänzung zum öffentlichen Verkehr, sagt Degiacomi. Denn zwischen Luthern und Zell beispielsweise verkehrten täglich nur fünf Postautokurse. Das Ziel sei aber klar, das System noch bekannter zumachen und die Leute in der Region dafür zu sensibilisieren.

Weitere Interessenten

In den vergangenen dreieinhalb Jahren weckte Taxito auch das Interesse anderer abgelegener Regionen. Gemeinden der Region Seetal/Lenzburg beispielsweise hätten bereits ein Gesuch eingereicht, sagt Degicaomi. Auch zwischen Flühli und Sörenberg wünscht man sich das Angebot, zumal am Abend kein Postauto mehr fährt. Eine dritte Region sei im Gespräch, aber noch nicht spruchreif. Im Rahmen der Fahrplanvernehmlassung vom kommenden Frühling soll über diese Wünsche entschieden werden.

Das Projekt hatte im Juni 2015 als Testbetrieb in den Gemeinden Luthern, Willisau und Zell gestartet. Das 50'000 Franken teure Pilotprojekt wurde vom VVL finanziert. Im Dezember 2017 wurde es definitiv eingeführt. Verantwortlich für das Projekt ist das Berner Unternehmen Taxito AG. Heute zahlt der VVL für die Betriebskosten von Taxito jährlich einen Beitrag von 16'000 Franken.