Neues Angebot
Alpiq will mit Elektroautos raus aus dem Tief

Der Energiekonzern lanciert ein neues Mobilitätsangebot.

Philipp Felber
Drucken
Teilen
Versucht mit Elektroauto-Abos die Alpiq zu retten: CEO Jasmin Staiblin. Keystone

Versucht mit Elektroauto-Abos die Alpiq zu retten: CEO Jasmin Staiblin. Keystone

KEYSTONE

Das Geschäft mit dem Strom steckt in der Krise. Besonders betroffen ist die Alpiq. In den letzten Jahren resultierten Millionenverluste, die Verschuldung stieg stark an. Im März wurde bekannt, dass Alpiq-CEO Jasmin Staiblin einen weiteren Unternehmensteil verkauft: die Alpiq Intec. Mit den 850 Millionen Franken, die der Verkauf gebracht hat, kann der Konzern schuldenfrei werden.

Das gibt dem Unternehmen Zeit, um sich auf dem Strommarkt neu zu positionieren und auf steigende Strompreise zu warten. In der Zwischenzeit versucht die Alpiq, nun aber ins Geschäft mit E-Autos zu kommen. In Zusammenarbeit mit BMW lanciert der Energiekonzern das Elektromobilitäts-Abo «Juicar». Es soll das erste Full-Service-Elektromobilitäts-Abo der Schweiz sein, wie Alpiq in einer Medienmitteilung schreibt.

Wer so ein Abo kauft, bekommt von Alpiq ein Elektroauto, eine Heimladestation, Zugang zu öffentlichen Ladestationen, die Motorfahrzeugsteuer, die Versicherungen. Ebenso inbegriffen seien die Stromkosten, wie Alpiq gestern weiter mitteilte.

«Nachfrage relativ hoch»

Diese Leistungen sind jedoch nur beim teuersten Abo inklusive, für das Kunden rund 800 Franken im Monat zahlen müssen. Begrenzt sind bei allen Abos die inkludierten Kilometer. Beim teuersten Abonnement sind 1250 Kilometer frei, beim günstigsten Abo 750. Für 600 Franken im Monat bekommt der Kunde, neben einer App, die ihm den Zugang zu Tankstellen ermöglicht, nur das Auto, ohne die zusätzlichen Leistungen. Also im Grunde genommen ein «Leasing light» ohne Anzahlung. Aber auch ohne dass einem am Schluss das Auto gehört. Dafür ist man flexibel, die Abos sind jeweils monatlich kündbar.

Wer zum Beispiel zu Hause eine eigene Ladestation will, muss bereits 700 Franken im Monat bezahlen. In der Schweiz startete das Angebot bereits im Juli. Erste Kunden habe man bereits. «Die Nachfrage ist relativ hoch», sagt auf Anfrage Alpiq-Sprecherin Sabine Labonte.

Momentan gehört zum Paket jeweils ein BMW des Typs i3. Alpiq kündigte aber an, dass auch mit anderen Herstellern Kooperationen gesucht werden. Ein erstes Pilotprojekt hat Alpiq in Deutschland bereits abgeschlossen. Dieses sei erfolgreich verlaufen.

Aktuelle Nachrichten