Konsumentenschutz

600 Franken – Cablecom stellt Nichtkunden eine Rechnung

Für Fernsehen, Telefon und Internet von UPC Cablecom bezahlen, obwohl man das Angebot des Unternehmens gar nicht nutzt? Das wurde von einem Rentner im Kanton Bern verlangt.

Für Fernsehen, Telefon und Internet von UPC Cablecom bezahlen, obwohl man das Angebot des Unternehmens gar nicht nutzt? Das wurde von einem Rentner im Kanton Bern verlangt.

Ein Rentner erhielt im Kanton Bern von UPC Cablecom eine Rechnung für einen Kabelanschluss über 20 Monate. Doch dieser ist gar nicht in Gebrauch. Die UPC Cablecom kontrolliert die Benutzung ihrer Anschlüsse – auf fragwürdige Weise.

Für Fernsehen, Telefon und Internet von UPC Cablecom bezahlen, obwohl man das Angebot des Unternehmens gar nicht nutzt – was absurd klingt, erlebte ein Rentner im Kanton Bern tatsächlich.

Für 20 Monate Kabelanschluss erhielt er eine Rechnung von über 600 Franken von UPC Cablecom. Doch der Anschluss in seiner Wohnung ist gar nicht in Gebrauch.

UPC Cablecom geht allerdings davon aus, dass Haushalte, die über einen ihrer Anschlüsse verfügen, diesen auch nutzen.

Der Kabelnetzanbieter würde nicht systematisch Rechnungen an Personen senden, die ihr Angebot nicht in Anspruch nehmen, verteidigt Sprecher Andreas Werz das Unternehmen in der SRF-Konsumentenschutzsendung «Espresso».

Entscheidend sei, ob eine Liegenschaft über einen Grundanschluss von UPC Cablecom verfüge. Ist dies der Fall, erhalten alle Haushalte eine Rechnung.

Anschluss plombieren

Fehlende Kommunikation zwischen den Vermietern und UPC Cablecom könne zu falsch ausgestellten Rechnungen führen, sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Wenn UPC Cablecom nicht vom Vermieter über einen Mieterwechsel informiert wird, geht sie davon aus, dass der Anschluss weiterhin benutzt wird. Denn der Kabelnetzbetreiber kann die Benutzung seiner 1,5 Millionen aktiven Anschlüsse nicht nachvollziehen.

Andreas Werz sagt, dass jeder neue Mieter ein Willkommenspaket von UPC Cablecom erhalten sollte.

Darin wird er darauf aufmerksam gemacht, dass seine Wohnung einen aktiven Anschluss des Kabelnetzbetreibers hat.

«Will er diesen nicht benutzen, muss er sich melden, dann wird der Anschluss kostenlos plombiert», sagt Werz. Wenn der neue Mieter aber kein solches Paket erhält, ist er deshalb möglicherweise nicht über den aktiven Anschluss informiert.

«Fragwürdiges Vorgehen»

Sara Stalder versteht zwar die Bemühungen von UPC Cablecom, Schwarzsehern vorzubeugen, hält ihr Vorgehen aber für fragwürdig: «Nur um zu eruieren, ob der Anschluss genutzt wird, muss keine Rechnung mit einem Vertrag gekoppelt werden.»

Bei einer fälschlich ausgestellten Rechnung solle der vermeintliche Kunde nicht bezahlen, sondern UPC Cablecom schriftlich informieren, dass ein Irrtum vorliege, empfiehlt Stalder.

«In Einzelfällen zeigen wir uns natürlich kulant», so Werz. So kann auch jemand, der den Anschluss nicht plombiert hatte, mit einem Erlass rechnen.

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