Malerei
Zwei Rotarier fördern Maler Martin Ziegelmüller mit Doppelausstellung

Heinz Trösch und Bundesrat Johann Schneider-Ammann luden ins Kunstmuseum Bern ein. Die zwei Rotarier-Freunde luden zu einer persönlichen Führung durch die von ihnen geförderte Ausstellung. Ein Augenschein im Kunstmuseum Bern.

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Kunstförderer Heinz Trösch (2.v.l.) im Kunstmuseum Bern.

Kunstförderer Heinz Trösch (2.v.l.) im Kunstmuseum Bern.

Solothurner Zeitung

Die viel beachtete Doppelausstellung «Weites Feld» von Martin Ziegelmüller im Kunstmuseum Bern und im Kunsthaus Langenthal kam dank der Initiative des Langenthaler Rotariers Heinz Trösch zustande. Sein Rotary-Freund Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat das Patronat der Ausstellung übernommen. Kürzlich luden die beiden ihre Langenthaler Rotary-Freunde zu einer persönlichen Führung ins Kunstmuseum Bern ein.

Emotionale Sache

«Wenn Martin Ziegelmüller fröhlich ist, malt er. Wenn er wütend ist, malt er auch. Ich denke, ich werde auch bald mit Malen anfangen.» Mit launigen Worten begrüsste Bundesrat Schneider-Ammann die Langenthaler Rotarier im Kunstmuseum Bern. Dank seinem Freund, dem Ziegelmüller-Förderer Heinz Trösch, hat Schneider-Ammann die Arbeiten von Ziegelmüller kennen und schätzen gelernt. Heinz Trösch hat die Fäden im Hintergrund geknüpft und seine Beziehungen geschickt eingesetzt, um Ziegelmüllers ganzes Arbeitsspektrum einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Seit mehr als 50 Jahren schafft der in Graben bei Bützberg aufgewachsene Maler ein ausserordentlich vielfältiges Werk. Der Ausstellungstitel «Weites Feld» bezieht sich einerseits auf die ausufernde Weite seines Werkes und seine thematische Breite, andererseits aber auch auf eine häufige Perspektive Ziegelmüllers: den Blick von einem erhöhten Standpunkt aus über weite Ebenen, Hügel- und Stadtlandschaften. Ziegelmüller ist von der Wirklichkeit geprägt. Mit seiner Malerei ordnet er sich in die Tradition des Realismus ein, der sich im 19. Jahrhundert dem Unspektakulären des alltäglichen Lebens zuwandte.

Verarbeitung in der Malerei

Seit sich Ziegelmüller als Jugendlicher entschieden, Maler zu werden, geht er seinen eigenen Weg und sucht sich seine Lehrer und Vorbilder. Dazu gehören unter anderen van Gogh, Cézanne und Monet, deren Werke er bei einem frühen Parisaufenthalt studierte, aber auch Hodler und Amiet. Seine unmittelbare Umgebung ist für Ziegelmüller wichtig, nicht nur als Mensch, sondern auch als Künstler.

So zeigen seine Landschaftsbilder jene Landstriche, Ebenen und Flussläufe, die ihn geprägt haben. Die Porträts zeigen Familienmitglieder oder Menschen aus seinem Bekanntenkreis. Auch die Werke zu den Arbeitswelten sind aufgrund freundschaftlicher Beziehungen entstanden. So beauftragte zum Beispiel Heinz Trösch seinen Freund Ziegelmüller mit dem Malen seiner Glasfabriken.

Schwerpunkt auf Landschaft

Ziegelmüllers Motive ziehen sich durch das ganze Werk, verschwinden und tauchen in neuen Variationen wieder auf. Damit die Entwicklung seiner Motive, die Veränderungen und die Konstanten in ihrer Darstellung nachvollziehbar werden, wurden die beiden Ausstellungen in Bern und Langenthal thematisch gegliedert.

Im Kunstmuseum Bern liegt der Schwerpunkt der Präsentation auf Landschaften im weitesten Sinne: einerseits Ebenen, Moore, Hügelzüge, Flussläufe und Uferstreifen, Gärten und Blumenwiesen, andererseits wirkliche und visionäre Stadtlandschaften. Strassenzüge, die in fast surrealistischer Manier von Geistern, Hexen und Ufos heimgesucht werden, sind die Vorboten apokalyptischer Städtevisionen.

Begeisterung im Rotary Club

Die Wasserlandschaften, basierend auf Eindrücken seiner frühen Kindheit, bildeten das Bindeglied zur Ausstellung im Kunsthaus Langenthal. Dort wurde die Werkschau vor einiger Zeit bereits wieder beendet. Martin Ziegelmüller interessiert sich für Lichtstimmungen, Reflexe und Farbkontraste, was sich in gewittrigen Wolkentürmen ebenso zeigt wie in den Fabrikhallen in gleissendem Neonlicht. Nebst Reportagen aus der Arbeitswelt waren in Langenthal auch Porträts von befreundeten Kunstschaffenden zu sehen.

Die Langenthaler Rotarier waren begeistert von dem vielfältigen Werk Ziegelmüllers. Die etwas andere Darstellung der vielen bekannten Motive aus der engeren und weiteren Heimat faszinierten alle. Manch einer erwarb sich vor der gemeinsamen Heimreise ein vom Künstler handsigniertes Buch zur Ausstellung. (mgt)

* Die Ausstellung «Weites Feld» von Martin Ziegelmüller im Kunstmuseum Bern dauert noch bis zum 14. August.

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