Langenthal
Wie der Langenthaler Wuhrplatz belebt werden soll

Während der Wuhrplatz Stein für Stein wächst und seinem künftigen Aussehen immer näher kommt, rauchen hinter den Kulissen die Köpfe. Wie kann der Platz belebt werden?

Urs Byland
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Der Wuhrplatz nimmt mit der neuen Pflästerung Gestalt an. Tobias Granwehr

Der Wuhrplatz nimmt mit der neuen Pflästerung Gestalt an. Tobias Granwehr

Solothurner Zeitung

Was soll erlaubt sein und was hat keinen Platz im Zentrum Langenthals? Wie findet man ein harmonisches Zusammengehen der verschiedenen Nutzer? Aber auch: was geschieht mit der Alkiszene (siehe Kasten unten)?

Den grossen Rahmen gibt seit März 2008 das Nutzungskonzept für den Wuhrplatz vor. Dieses besagt beispielsweise, dass das Areal primär für alle Altersgruppen und Menschen aus verschiedenen sozialen Gruppen offen stehen soll. «Eine harmonische Nutzung bedingt, dass die Population auf einem Platz gut durchmischt ist», so die Schlussfolgerung im Nutzungskonzept. Und: «Dominantes Verhalten einzelner Gruppen hindert andere daran, sich auf dem Platz aufzuhalten.»

Kulturelle oder sportliche Nutzung

Neu soll nun auch ein Betriebs- und Bewirtschaftungskonzept (BBK) die «Hausordnung» des Wuhrplatzes definieren. Eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz von Gemeinderätin Paula Schaub (EVP) ist mitten in den Gesprächen. Mit dem BBK soll etwa gesteuert werden, wer auf dem Platz aktiv werden kann und was gemacht werden darf. «Wir werden versuchen, ortsansässige, kulturell oder sportlich orientierte Gruppen und Vereine bevorzugt zu behandeln, erweitert um die Gemeinden der Regionalen Kulturkonferenz», sagt Paula Schaub.

Im weitesten Sinne kommerzielle Anlässe seien in der Markthalle oder in der Oberen Marktgasse anzusiedeln. «Der Wuhrplatz soll eher eine kulturelle, sportliche Begegnungsnutzung haben.» Daneben bleibe, wie schon im Nutzungskonzept beschrieben, kein Konsumationszwang. «Wir werden Sitzgelegenheiten schaffen, die frei benutzt werden können.»

Das BBK muss vorliegen, wenn der Wuhrplatz im Oktober beim Stadtjubiläumsanlass «Begegnen» in Betrieb genommen wird. «Jetzt klären wir gerade ab, was wir für die Buvette beim Pavillon an der Langeten zur Verfügung stellen wollen», erklärt Schaub. Weiter wird relativ detailliert beschrieben, wie viele Anlässe stattfinden können. «Da stellt sich die Frage, ob wir die Menge der Anlässe pro Saison oder pro Jahr definieren. Oder muss man allenfalls Dezibelbeschränkungen erlassen, das heisst, wie viele ‹laute› Anlässe können zugelassen werden. Wie nahe aufeinander dürfen die Anlässe stattfinden uns so weiter.» Es gelte diese Dinge zu klären, die nicht bereits im übergeordneten Recht geregelt sind. Und: «Wir müssen dem Gemeinderat einen Vorschlag unterbreiten, wer die Belegungen verwaltet und welche Kosten zu verbuchen sind.»

Gesuche würden wie bisher üblich auch beim Amt für öffentliche Sicherheit bearbeitet, aber: «Das Amt für öffentliche Sicherheit wird und will nicht über kulturelle Anfragen bestimmen.» Grundsätzlich, so Schaub, habe man sich in der Arbeitsgruppe mit dem Regelfall befasst. «Ich denke, Ausnahmesituationen werden sich im Betrieb ergeben und müssen dann gelöst werden.» Das Betriebs- und Bewirtschaftungskonzept werde mit Sicherheit im Laufe der Zeit Anpassungen erhalten. Im Moment sei ja schwer abzuschätzen, welche Gruppen den Wuhrplatz nutzen werden oder was noch geregelt werden muss. «Das Konzept ist nicht in Stein gemeisselt», sagt die Gemeinderätin.

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