Langenthal/Lotzwil
Von früher elf runter auf noch drei Reservoirs

Die Baupläne für das 5000 Kubikmeter Wasser fassende Reservoir Rappechopf liegen auf. Die Infrastruktur wird gebührend erneuert. Das Projekt kostet insgesamt 7,25 Millionen Franken.

Lucien Fluri
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Das Reservoir Muniberg in Aarwangen ist bereits trockengelegt. Ist der Rappechopf gebaut, folgen andere.

Das Reservoir Muniberg in Aarwangen ist bereits trockengelegt. Ist der Rappechopf gebaut, folgen andere.

Lfh

Mehr als Bäume sieht man momentan am Rappechopf nicht. Doch für WUL-Geschäftsführer Oliver Schmidt ist klar: Im Wald ob Lotzwil und Langenthal entsteht mit dem Reservoir Rappechopf ein «Filetstück» der Wasserversorgung an der unteren Langete (WUL).

32000 Personen versorgt die WUL täglich mit frischem Wasser. Pro Kopf und Tag braucht jeder von ihnen im Schnitt 270 Liter – Gewerbe- und Industriebetriebe eingerechnet. Damit das Wasser aus dem Hahnen fliesst, wird die Infrastruktur gebührend erneuert: 7,25 Millionen Franken kostet das Projekt.

Wichtiger Teil der Wasserversorgung an der unteren Langete

Zwei Behälter, die fünf Meter tief sind und zusammen 5000 Kubikmeter fassen, werden ab Sommer im Waldboden versenkt. Zusätzlich braucht es ein Stufenpumpwerk im Moosrain, sowie Zu- und Ableitungen nach Langenthal und Lotzwil. Entlang der Kohlplatzstrasse führt die eine Leitung nach Lotzwil, die zweite führt westlich des Hambüelwaldes nach Langenthal, wo sie im Bereich der Melchnaustrasse in das bestehende Leitungsnetz übergeht.

Ist das Projekt wie geplant im dritten Quartal 2014 fertig, übernimmt es einen wichtigen Teil der Wasserversorgung an der unteren Langete. Momentan liegen die Baupläne auf. Gibt es keine Einsprachen, beginnen die Bauarbeiten diesen Sommer.

10500 Quadratmeter Wald gerodet

570 Meter über Meer liegt das Reservoir, die versorgten Liegenschaften liegen zwischen 466 und 535 Metern. Für die Bauarbeiten werden 10500 Quadratmeter Wald gerodet. Nach der Bauphase wird die Waldfläche am selben Ort wieder aufgeforstet. Auch auf dem Dach des Reservoirs werden Pflanzen wachsen – «Es sind keine grossen Bäume und keine Pfahlwurzeln», so WUL-Geschäftsführer Schmidt. Einzig Hundert Quadratmeter Wald, der Vorplatz des Reservoirs, können nicht mehr aufgeforstet werden. Auf einer Parzelle der Burgergemeinde Lotzwil wird Ersatz gepflanzt.

Von elf auf drei Reservoirs

Mit dem neuen Reservoir kann die WUL die bestehende Anzahl an Reservoirs klar verkleinern. Nur noch die Reservoirs Buchwald und Moosrain bleiben nach dem Bau des Reservoirs Rappechopf in Betrieb. Ursprünglich gab es in den elf Gemeinden elf Reservoirs – einige stammen noch aus der Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

Verschiedene Erwägungen haben laut Oliver Schmidt zur Redimensionierung geführt. Mit 40000 Kubikmetern verfügbarem Wasser pro Tag hat ein Ingenieurbüro 2003 klar ein Überangebot festgestellt. – Bei 12029 Kubikmeter lag der Höchstverbrauch 2010.

Druck zwischen 3,5 und 10, 4 bar

Ebenso wichtig ist, dass mit der zweiten Phase des Bewirtschaftungskonzeptes Synergien genutzt werden können. «Es bedeutet konkret eine Vereinfachung der Bewirtschaftung, wenn alte und kleine Anlagen ausser Betrieb genommen werden», sagt Schmidt. Der Anlagewert in den Bücher sinkt, die Rückstellungen für den Werterhalt nehmen ab.

Und in einigen Gebieten ist der Druck in den Leitungen zu gering. «In mehreren Ortsteilen und Quartieren können die minimalen Druckanforderungen nicht erfüllt werden», schreibt das zuständige Ingenieurbüro. Durch das neue, höher gelegene Reservoir wird der Mangel behoben. «Dies ist vor allem für den Löschschutz massgebend», sagt Schmidt. Der Druck soll neu zwischen 3,5 und 10,4 bar liegen.

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