Langenthal
Stadt soll etwas gegen Alkiszene unternehmen

Jetzt haben Anwohner genug: Sie sammeln Unterschriften. Die Stadt solle gegen die Alki- und Drogenszene im Sagibach-Park vorgehen vorgehen, fordern sie.

Tobias Granwehr
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Der Park an der Langete ist von der Alkiszene eingenommen worden

Der Park an der Langete ist von der Alkiszene eingenommen worden

tg

Die Umsetzung des Konzepts zur Reduktion der Alkohol- und Drogenszene verlaufe bisher ermutigend, teilte die Stadt kürzlich mit. Das sehen nicht alle so: Den Anwohnern des Sagibach-Parks in der Oberen Marktgasse ist jetzt der Kragen geplatzt.

Alkiszene hat sich verlagert

Sie sammeln zurzeit Unterschriften, mit denen sie die Stadt zum Handeln bewegen wollen. Passiert ist Folgendes: Die Alki- und Drogenszene hat sich vom Wuhrareal in den Sagibach-Park verlagert. Auf dem Wuhrplatz waren die Randständigen nicht mehr geduldet - der neue Platz soll künftig einen sauberen Eindruck machen.

Seite einigen Wochen trifft sich deshalb immer wieder eine stattliche Anzahl Menschen, um gemeinsam - meist Bier trinkend - den Tag im Park an der Langete zu verbringen. Dadurch fühlen sich viele Anwohner, vor allem im Löwengebäude, gestört. Betroffen ist auch die Pizzeria Alberobello, das frühere Restaurant Löwen.

Auf Nachfrage gibt sich der Wirt völlig frustriert. Die Umsätze seien eingebrochen. Mehr will er dem az Langenthaler Tagblatt nicht sagen. Er hat Angst, dass es noch schlimmer wird. Die Terrasse der Pizzeria grenzt unmittelbar an den Park und an den Ort, wo sich die Szenemitglieder treffen.

Zu Wort meldet sich auch Roland Häny, der an der Farbgasse 24 eine Bijouterie betreibt. Er sei zwar nicht am stärksten betroffen, fühle sich aber trotzdem gestört. «Es ist ein Schandfleck der Stadt», sagt Häny. Die Anwohner fühlten sich durch den Lärm der Szene gestört. Es müsse dringend eine Lösung gesucht werden. Er befürchtet, dass der Drogenhandel eine Magnetwirkung auf Auswärtige haben könnte und so noch mehr Leute in den Park nach Langenthal kommen.

Harter Kern von 10 bis 15 Personen

Es gebe einen harten Kern von 10 bis 15 Personen, der sich ab dem Mittag bis gegen Abend im Sagibach-Park aufhalte, behauptet er. Manchmal seien es bis zu 30. Häny wohnt im gleichen Haus, wo er sein Geschäft betreibt. Er habe einen Sitzplatz Richtung Park. «Es ist nicht angenehm am Abend. Und meine siebenjährige Tochter sollte auch nicht sehen, was dort abgeht.»

Da kommt ein weiteres Problem ins Spiel: In der Nähe des Parks befindet sich ein Kindergarten. Offenbar wollen einzelne Eltern nicht mehr, dass ihre Kinder am Park vorbeigehen. Häny ist sich bewusst: Werden die Leute aus dem Park vertrieben, verlagert sich das Problem an einen anderen Ort. Genau das habe die Stadt jedoch getan, als sie die Szene vom Wuhrplatz vertrieben habe. Das ärgert ihn. Die Stadt solle diesen Leuten einen anderen Ort zur Verfügung stellen, wo sie niemanden stören, sagt er. Er weiss, dass der Stadt Grenzen gesetzt sind. Trotzdem verlangen er und weitere betroffene Anwohner Massnahmen. Kommende Woche wollen sie deshalb die gesammelten Unterschriften der Stadt übergeben

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